Zukunft Personal Süd 2026: Wo aus Druck Veränderungsenergie wird

Zukunft Personal Süd 2026: Human Factor & KI

Rahmenbedingungen, die fordern. Themen, die drängen. Und das People-Business liefert. Nach dem erfolgreichen Start in das ZP Jahr mit der ZP Nord in Hamburg traf sich die HR-Community letzte Woche in Stuttgart.

Auf der Zukunft Personal Süd am 21. und 22. April ging HR in die Umsetzung – in Halle 10 der Messe Stuttgart. Mit 6.556 Besucher:innen und rund 260 Ausstellern, Sponsoren und Partnern bestätigt die Messe ihre Rolle als führende Plattform für People & Organisational Performance – und zeigt, was jetzt voranbringt.

Unter dem Motto „TEAM HUMAN x AI“ rückte das Zusammenspiel von menschlicher Stärke und technologischer Intelligenz in den Fokus. Entlang der gesamten HR-Wertschöpfungskette trafen Business Professionals auf Lösungen, die den Human Factor ins Zentrum stellen und KI gezielt nutzen.

Die Region Stuttgart steht wie kaum eine andere für die Dynamik der Transformation: Industrie im Umbruch. Geschäftsmodelle unter Druck. Organisationen in Bewegung. Genau das prägte auch die Messe – auf 13 Stages, in Lounges und in Gesprächen, die schnell zum Kern kamen: Ansätze wurden hinterfragt, Konzepte weiterentwickelt. Die Zukunft Personal Süd machte deutlich: HR sucht nicht nach einfachen Antworten, sondern entwickelt Lösungen, die tragen.

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Auf der Zukunft Personal Süd zeigte sich, wie das Zusammenspiel funktioniert. Entlang zentraler HR-Themen – von Recruiting & Attraction über Organisational Performance bis hin zu Learning & Development und Corporate Health – griffen Lösungen, Technologien und Formate ineinander.

Diese Breite spiegelte sich auch in der Anbieterlandschaft wider: Im Bereich Organisational Performance etwa Rexx Systems, Atoss, Lucca, Infoniqa oder Paychex, im Recruiting & Attraction-Umfeld Anbieter wie Bite, Talention oder Prodigy, im Bereich Corporate Health unter anderem Hansefit und Moove sowie im Learning & Development Kontext INtem oder Easylearn.

Das integrierte Veranstaltungskonzept gab den Takt vor: Auf der Keynote Stage wurden die großen Linien gesetzt und direkt gespiegelt, auf den weiteren Stages ging es in den Transfer – mit Best Practices, konkreten Anwendungsfällen und belastbaren Learnings. So entstanden aus Impulsen nächste Schritte.

„Die Zukunft Personal Süd hat in Stuttgart unterstrichen, wie viel die Arbeitswelt aktuell von HR verlangt – und wie entschlossen das People-Business reagiert. Es geht nicht mehr um einzelne Initiativen, sondern darum, Organisationen insgesamt leistungsfähiger und agiler zu machen. Echter Business-Impact entsteht, wenn Menschen, Technologie und Implementierung zusammenwirken. Zukunft Personal bringt dafür die richtigen Akteur:innen zusammen – als Plattform für Austausch und Partnerschaften“, sagt Astrid Jaeger, Geschäftsführerin der CloserStill Media Germany GmbH, Veranstalterin der Zukunft Personal.

HR zwischen Regulierung und Reichweite: Keynotes legen Spannungsfelder offen

Regulierung nimmt zu – und gleichzeitig wächst die Sichtbarkeit von HR. Auf der Keynote Stage prallten diese Realitäten direkt aufeinander. Cawa Younosi diskutierte mit Prof. Dr. Michael Fuhlrott, Fachanwalt für Arbeitsrecht, die künftigen juristischen Rahmenbedingungen – mit Blick auf die anstehende Anpassung des Entgelttransparenzgesetzes und die Umsetzungspflicht bis Juni 2026.

Parallel entsteht eine neue Dynamik: Sichtbarkeit wird zum strategischen Faktor. Céline Flores Willers, Gründerin von The People Branding Company und LinkedIn Top Voice, beschrieb, wie Corporate Influencing Kommunikation verschiebt. Reichweite entsteht nicht mehr nur durch Organisationen, sondern durch Menschen. Social Media wird damit zum Hebel für Vertrauen, Reichweite und Employer Branding.

Im Austausch mit Julia Staiger, Director People Experience bei Decathlon, und Martin Maas, Global Head Employer Branding bei ZF Friedrichshafen, ordnete Employer-Branding-Pionier Wolf Reiner Kriegler ein, wie unterschiedlich Organisationen bei der Entwicklung ihrer Arbeitgebermarke aufgestellt sind – und welche Reifegrade sich abzeichnen.

Lern-Booster für HR: People Analytics und Organisationsentwicklung

HR ist nicht mehr Begleiter des Wandels – sondern Treiber. Das zeigte Oliver Plank, Personalleiter Konzern der Stadtwerke München, in seiner Keynote zum Strategiewechsel im Recruiting. Der Ansatz: ein Wechsel vom externen zum internen Arbeitsmarkt. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch woanders – in der Distanz vieler HR-Ansätze zur Realität von Führungskräften und Mitarbeitenden.

Die Konsequenz in München: Strukturen verschlankt, Verantwortung näher an die Teams gebracht, Themen wie Diversity fest in der Organisation verankert. Planks Fazit: „Der Wandel ist anstrengend, aber lohnend – insbesondere mit präventiver und kluger Kommunikation als wesentlichem Erfolgsfaktor.“

Auch beim Thema People Analytics gilt: Bauchgefühl reicht nicht mehr – Daten werden zum Steuerungsinstrument. Im Panel „Klare Entscheidungen statt Bauchgefühl: Wie People Analytics die HR-Arbeit revolutionieren“ betonte Julia Merkel, Personal-vorständin der R+V Versicherung AG, die Bedeutung von Messbarkeit und Transparenz – als Grundlage für Verhaltensänderung, Skill-Bewertung und echte Wirksamkeit. Ihre zentrale Botschaft: „Die Qualität eines guten Datenprojekts lebt von der Kultur im Unternehmen.“

Warum L&D neu gedacht werden muss

Wie sieht Corporate Learning 2030 aus – und was heißt das für heute? Für den Zukunft Personal Think Tank Learning & Development ist klar: Die Spielregeln verändern sich grundlegend. Prof. Dr. Anja Schmitz, Professorin für HRM an der Hochschule Karlsruhe, zeigte in Stuttgart, wie radikal KI das Lernen verändert – und wie wenig Zeit für Abwarten bleibt.

Drei Thesen stechen heraus: Wissensvermittlung reicht nicht mehr – was zählt, ist die Fähigkeit zur Selbststeuerung, fachlich, mental und digital. Die Qualität des Lernökosystems entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit von Organisationen. Mit KI wird Learning & Development strategisch – oder wird durch KI ersetzt.

Dass diese Entwicklung längst wirksam wird, belegte Nadine Vöhringer, Head of Learning and Development bei Festo SE – mit Einblicken, wie neue Lernarchitekturen und KI-gestützte Tools sich bereits heute im Arbeitsalltag verankern lassen.

Ausblick: Weiter geht es in Köln

Mit der Zukunft Personal Europe vom 15. bis 17. September 2026 in Köln wird der Dialog fortgesetzt – mit neuen Perspektiven für die Transformation der Arbeitswelt.

Pressemitteilung