Ungleichheiten, Beweggründe und Chancen – Studie zur Elternzeit

Kinderzahl und Erfahrung mit Diskriminierung am ArbeitsplatzAusschnitt: Bildrechte: appinio GmbH | Fotograf: OMR X appinio

“Du nimmst aber viel Elternzeit!” oder “Du nimmst nur so kurz Elternzeit?” In Punkto Elternzeit scheinen die Meinungen auseinander zu gehen – insbesondere in Hinblick darauf, wie viel Mütter und Väter nehmen sollten. Die neue Studie von 5050 by OMR und Appinio untersucht das Thema Elternzeit und hinterfragt den Status Quo. Hierzu wurden 1.000 Mütter und Väter zwischen 20 und 60 Jahren in klassischer Bürotätigkeit aus unterschiedlichen Branchen online befragt. Die zentralen Themen und Fragen, denen die Studie nachgeht, sind:

  • Familie und Job: Wie familienfreundlich sind Unternehmen heute? Was unterscheidet besonders familienfreundliche Unternehmen von anderen?
  • Status Quo: Wie lange haben sich Eltern zuletzt Elternzeit genommen? Aus welchen Gründen? Welche geschlechtlichen Unterschiede gibt es?
  • Hindernisse und Chancen: Was würden Befragte beim nächsten Mal anders machen? Aus welchen Gründen?

Kind und Karriere – heute kein Problem, oder?

37 Prozent der Befragten geben an, dass die Entscheidung für ein Kind die Karriere negativ beeinflusst hat. Das denken sowohl Mütter (40 Prozent) als auch Väter (34 Prozent). Darüber hinaus geben 35 Prozent der Eltern an, sich aufgrund der Elternschaft schon einmal im Arbeitsumfeld diskriminiert gefühlt zu haben. Hier sind mehr Mütter als Väter betroffen (41 Prozent vs. 29 Prozent). Die Studie zeigt außerdem, dass mit zunehmender Kinderanzahl die Erfahrung von Diskriminierung im Arbeitsumfeld steigt. So geben Eltern mit drei (47 Prozent) bzw. mit vier oder mehr Kindern (74 Prozent) deutlich häufiger an, diskriminiert zu werden, als Eltern mit einem (31 Prozent) oder zwei Kindern (34 Prozent).

63 Prozent der Befragten stufen ihren Arbeitgeber als familienfreundlich ein, 21 Prozent sogar als sehr familienfreundlich. Als familienfreundlich gelten Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten (73 Prozent), flexibler Arbeitsort (48 Prozent) oder Teilzeit (40 Prozent). Je familienfreundlicher das Unternehmen eingestuft wird, desto eher haben Befragte das Gefühl, dass eine längerfristige Elternzeit bei Frauen und Männern gleichermaßen akzeptiert ist.

Elternzeit – eine gesellschaftliche Bilanz

42 Prozent der Befragten denken, dass eine längerfristige Elternzeit bei Müttern und Vätern gesellschaftlich noch nicht gleichermaßen akzeptiert ist. Darüber hinaus finden 30 Prozent dies sei auch in ihrem Unternehmen noch nicht der Fall.

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70 Prozent der befragten Frauen geben an, mehr Elternzeit genommen zu haben als die andere sorgeberechtigte Person. Bei 47 Prozent der Befragten hat die Aufteilung der Elternzeit finanzielle Gründe.

“Die Studie verdeutlicht, dass wir als Gesellschaft noch einen weiten Weg vor uns haben. Obwohl Arbeitsmodelle zunehmend familienfreundlicher werden, zeigt die Realität, dass die Entscheidung zur Aufteilung der Elternzeit nach wie vor auf finanziellen Ressourcen basiert und Menschen aufgrund ihrer Elternschaft im Arbeitsumfeld Diskriminierung erfahren. Genau an dieser Stelle müssen wir strukturelle Veränderungen anstreben”, sagt Isabelle Gardt, Geschäftsführerin OMR.

Mehr Elternzeit? Klar!

59 Prozent der befragten Väter und 43 Prozent der Mütter geben an, bei einer erneuten Elternzeit mehr nehmen zu wollen als beim vergangenen Mal. Berufliche Gründe hierfür sind vor allem der Mangel an Stellen, die Vereinbarkeit ermöglichen (Männer 50 Prozent vs. Frauen 29 Prozent) und die Familienfreundlichkeit des Unternehmens (Männer 39 Prozent vs. Frauen 29 Prozent). Private Gründe umfassen vor allem die Bedürfnisse des Kindes (Männer 33 Prozent vs. Frauen 37 Prozent), Veränderung von Prioritäten (Männer 33 Prozent vs. Frauen 30 Prozent) und der fehlende finanzielle Anreiz, zur Arbeit zurückzukehren (Männer 34 Prozent vs. Frauen 15 Prozent).

Aber: Auch 15 Prozent der befragten Väter und 10 Prozent der befragten Mütter geben an, das nächste Mal weniger Elternzeit nehmen zu wollen. Gründe hierfür sind die Sorge vor negativen Konsequenzen für die Karriere (42 Prozent), Sorge vor Verlust der eigenen Arbeitsfähigkeit und Relevanz (36 Prozent) und Mangel an finanziellen Mitteln (33 Prozent).

Die ganze Studie mit weiteren Hintergrundinformationen und Stimmen zu dieser Thematik kann auf der Webseite eingesehen und hier kostenfrei heruntergeladen werden.

Pressemitteilung