Trotz Konjunkturflaute suchen Unternehmen verstärkt KI- und IT-Kompetenzen

KI Kompetenzen rücken in den Fokus - das ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer 1. Quartal 2026Ausschnitt Quelle ManpowerGroup Deutschland

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten planen deutsche Unternehmen im ersten Quartal 2026 einen moderaten Personalaufbau. Gleichzeitig bleibt der Engpass am Arbeitsmarkt hoch: 83 Prozent der Arbeitgeber haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen, weil qualifizierte Bewerber*innen fehlen. Das geht aus den Zahlen einer aktuellen Zusatzbefragung der ManpowerGroup im Rahmen ihres Arbeitsmarktbarometers hervor, an der mehr als 1.000 Unternehmen in Deutschland teilnahmen. Der Report zeigt, mit welchen Strategien Unternehmen auf die wirtschaftlichen Herausforderungen reagieren und welche Qualifikationen und Soft Skills für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen entscheidend sind.

Das brauchen deutsche Unternehmen jetzt: KI-Kompetenzen rücken in den Fokus

Besonders gefragt sind klassische IT- und Datenkompetenzen (21 Prozent) sowie Fähigkeiten im Bereich Künstliche Intelligenz: 19 Prozent der Unternehmen suchen Kompetenzen in der Anwendung von KI-Tools, weitere 16 Prozent in der Entwicklung und im Training von KI-Systemen. Auch in anderen Bereichen wie Fertigung & Produktion (19 Prozent), Logistik (16 Prozent), Verwaltung und Office-Management (15 Prozent) sowie Vertrieb und Marketing (14 Prozent) werden verstärkt Fachkräfte gesucht und häufig nicht gefunden.

„Der Bedarf an digitalen Kompetenzen steigt spürbar. Das zeigt: KI ist endgültig in der Breite angekommen“, sagt Iwona Janas, Country Manager der ManpowerGroup Deutschland. „Wenn Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben wollen, brauchen sie jetzt zwei Dinge: Menschen mit KI- & IT-Skills und eine klare Strategie, wie diese Kompetenzen kurzfristig aufgebaut und im Alltag genutzt werden.“

Was Unternehmen allgemein gegen den Fachkräftemangel tun

Um Vakanzen zu schließen, setzen Unternehmen vor allem auf Weiterbildung und Umschulung der bestehenden Belegschaft (28 Prozent). Ebenfalls weit verbreitet sind flexible Arbeitszeitmodelle wie Teilzeit oder variable Arbeitszeiten. Sie werden von 26 Prozent der Unternehmen angeboten. Weitere zentrale Maßnahmen: Gehaltserhöhungen (19 Prozent), erhöhte Werbeaktivitäten für offene Stellen (17 Prozent) sowie eine gezielte Ansprache neuer Talentpools (16 Prozent).

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Darüber hinaus werden Standortflexibilität (zum Beispiel Homeoffice oder hybride Modelle), der Einsatz von Automatisierung und künstlicher Intelligenz zur Reduzierung des Personalbedarfs sowie die Senkung von Anforderungen an formale Abschlüsse genannt. Ein Teil der Unternehmen setzt zudem auf Outsourcing und die Rekrutierung in internationalen Märkten, um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken.

„Weiterbildung ist der Hebel mit der nachhaltigsten Wirkung gegen den Fachkräftemangel, aber sie muss zur Realität im Betrieb passen“, so Janas. „Weiterbildung kostet Zeit. Zur Überbrückung in der Lernphase stellen wir kurzfristig Experten bereit und begleiten sowohl Unternehmen als auch Talente beim gezielten Zusammenfinden in einem komplexen Arbeitsmarkt.“

Soft Skills: Ohne Teamwork keine Transformation

Neben Fachwissen achten Unternehmen bei Neueinstellungen besonders auf überfachliche Kompetenzen. An der Spitze stehen Kommunikationsfähigkeit, Zusammenarbeit und Teamwork (47 Prozent), gefolgt von Anpassungsfähigkeit und Lernbereitschaft (36 Prozent) sowie Professionalität und einer ausgeprägten Arbeitsmoral (33 Prozent). Ebenfalls häufig genannt werden kritisches Denken und Problemlösungskompetenz (28 Prozent) sowie digitale Kompetenzen (22 Prozent).

Personalabbau oder -aufbau zum Jahresstart?

Das Arbeitsmarktbarometer ermittelte, dass 40 Prozent der teilnehmenden Unternehmen in Q1 einen Personalaufbau planen. 18 Prozent prognostizieren einen Abbau und 38 Prozent wollen die Mitarbeiterzahl unverändert lassen.

zum Download der Ergebnisse des aktuellen ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometers 1. Quartal 2026