Schlechte Recruiting-Erfahrungen verschärfen den Fachkräftemangel

Candidate Experience ist kein Nice-to-Have, sondern ein strategischer HebelAusschnitt Quelle ManpowerGroup Deutschland

Der Fachkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen für Unternehmen in Deutschland und Europa. Das aktuelle Whitepaper „Die Candidate Experience wieder menschlicher gestalten“ der ManpowerGroup zeigt jedoch: Viele Unternehmen verschärfen diese Situation durch unzureichende Recruiting-Prozesse selbst. Bewerbende erleben den Einstellungsprozess häufig als intransparent, langwierig und unpersönlich – mit direkten Folgen für Talentgewinnung, Arbeitgebermarke und langfristige Bindung.

Fachkräftemangel trifft auf unzureichende Recruiting-Prozesse

Laut ManpowerGroup haben 74 Prozent der Arbeitgeber weltweit Schwierigkeiten, die benötigten Fachkräfte zu finden. In Europa zeigt sich dabei ein zusätzliches strukturelles Problem: Nur 14 Prozent der Unternehmen bewerten ihren Recruiting-Prozess als exzellent – deutlich weniger als im weltweiten Durchschnitt (19 Prozent).

Diese Diskrepanz wirkt sich unmittelbar auf den Erfolg der Talentgewinnung aus. Fast jede dritte Bewerbung (30 Prozent) wird während des Recruiting-Prozesses vom Bewerber selbst abgebrochen – eine Quote, die viele Unternehmen inzwischen als gegeben hinnehmen.

Candidate Experience wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor

Arbeitnehmer sind auf dem Sprung: So gaben im Global Talent Barometer 2025 39 Prozent der Erwerbstätigen weltweit an, innerhalb der nächsten sechs Monate den Job wechseln zu wollen – bei der Generation Z sind es sogar 52 Prozent. Doch während Unternehmen um Talente konkurrieren, wächst auf Kandidatenseite die Unzufriedenheit. 46 Prozent der Arbeitgeber weltweit nennen die Gewinnung qualifizierter Bewerbender als größte Herausforderung im Recruiting. Die Qualität der Candidate Experience wird daher zunehmend zum Differenzierungsmerkmal: 26 Prozent sehen explizit die Verbesserung der Kandidatenerfahrung als zentrale Stellschraube. Denn ein positives Bewerbungserlebnis wirkt sich sowohl auf den jeweiligen Kandidaten als auch auf die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber und die Markenbindung aus.

Anzeige
Im Wettbewerb einen Unterschied machen - E-Learning Bewerberversteher werden

Was Unternehmen jetzt tun können

Das Whitepaper der ManpowerGroup macht deutlich: Candidate Experience ist kein „Nice-to-have“, sondern ein strategischer Hebel im Wettbewerb um Talente. Folgende Best Practices haben sich dabei bewährt:

  • Arbeitgeberversprechen und reale Recruiting-Erfahrung müssen konsequent übereinstimmen.
  • KI-gestützte Recruiting-Technologien müssen unter durchgängiger menschlicher Aufsicht eingesetzt werden und dürfen keine autonomen Einstellungsentscheidungen treffen.
  • Persönliche Ansprache und Interaktion bleibt auch bei automatisierten Prozessen ein zentraler Erfolgsfaktor. Bewerberinnen und Bewerber möchten in jedem Fall im Verlauf des Prozesses mit realen Menschen in Kontakt treten.
  • Absprungraten von rund 30 Prozent im Recruiting-Prozess sollten analysiert und aktiv reduziert werden.
  • Candidate Experience muss nahtlos in Onboarding und Employee Experience übergehen.

Zu den vollständigen Ergebnissen und dem kostenlosen Download.