Recruiter & Co. wanted

Na, auch in den vergangenen Monaten der Pandemie über den aktuellen Job nachgedacht? Die eigenen Ziele und Wünsche an Aufgaben und Arbeitgeber reflektiert? Und zu dem Schluss gekommen, dass sich etwas ändern sollte. Mal andere Aufgaben, persönliche und fachliche Weiterentwicklung, vielleicht sogar ein neuer Arbeitgeber mit einem anderen Umfeld, einer ansprechenderen Unternehmenskultur und vielleicht sogar attraktiveren Rahmenbedingungen? Da bist du in guter Gesellschaft mit vielen anderen Beschäftigten.

Analysen der Jobplattform StepStone zeigen, dass es Mitte Januar 2022 auf StepStone.de 53 Prozent mehr Jobsuchanfragen gab als im Tagesdurchschnitt des vergangenen Jahres. Auch die Zahl der Anmeldungen pro Tag – z.B. um automatisiert Jobvorschläge zu erhalten – hat sich seit Anfang Januar bei StepStone verdoppelt.

Pressemitteilung von Stepstone

Aber vielleicht bist du auch noch am zögern, gerade das Thema Arbeitgeber-/Jobwechsel in die Tat umzusetzen und verschiebst es noch etwas. Auch da bist du in guter Gesellschaft. Die Verunsicherung, wie sich die Pandemie weiterentwickelt, wie sicher Arbeitsplätze sind oder ob sich nicht vielleicht noch irgendetwas im eigenen Unternehmen ergibt, gibt es nicht nur bei dir. Aber die Chancen für einen Neuanfang stehen gut.

Gute Chancen

… für einen Arbeitgeberwechsel

Der Arbeitsmarkt brummt und viele Arbeitgeber suchen neue Teammitglieder für unterschiedliche Jobs und Funktionen. Die Zahl offener Stellen ist so hoch wie schon lange nicht mehr und die Zeichen stehen auf weiterhin hohe Nachfrage.

Wie das aktuelle ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer zeigt, prognostizieren sie für den Zeitraum von Januar bis März 2022 einen Netto-Beschäftigungsausblick von plus 36 Prozent – ein in den zurückliegenden zehn Jahren unerreichtes Spitzenresultat. Gegenüber dem vierten Quartal 2021 legt der Wert damit um acht Prozentpunkte zu, im Jahresvergleich beträgt das Plus sogar 31 Prozentpunkte.

Pressemitteilung der ManpowerGroup

Um diese Menge an Stellen besetzen zu können, brauchen Arbeitgeber mehr Recruiter & Co., die die Stellenbesetzungsprozesse von der Kandidatengewinnung bis zur Einstellung begleiten und das Onboarding realisieren. Das belegt auch das Arbeitsmarktbarometer Recruiting, das die RE Redaktion zum Jahreswechsel 2021/22 frisch ausgewertet hat.

Im Anschluss an den massiven Einbruch nach der ersten Corona-Welle zeigt es mit leichten Schwankungen einen Aufwärtstrend. Nach einer Delle im vergangenen Früh-Sommer hat der Recruiting Stellenindex kräftig zugelegt und liegt seit Spät-Sommer 2021 deutlich über Vorkrisenniveau.

Der Zuwachs ist bereits seit einiger Zeit vor allem bei den Inhouse-Stellen zu verzeichnen. Der Anteil der Stellen für Personalvermittler und Personalberater hat sich verringert. Währenddessen ist der Anteil für Recruiter, Talent Manager und Personalmarketer/Employer Branding Experten gestiegen. Die meisten offenen Stellen für Recruiter & Co. gibt es in NRW gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Mit Blick auf einzelne Städte sind München und Berlin Hochburgen für Stellensuchende im und rund ums Recruiting.

Arbeitsmarktbarometer Recruiting

Rekrutierungserfolg.de beobachtet für dich den Arbeitsmarkt für Stellen im oder mit Berührung zum Recruiting und fasst die Ergebnisse und Entwicklungen quartalsweise als Infografik zusammen. Schau dir gerne die Grafiken der letzten Arbeitsmarktbarometer hier an.

… für einen Einstieg in einen Job im Recruiting-Umfeld

Schaut man sich die Entwicklung der Stellenausschreibungen, die sich an Berufseinsteiger/Juniors im Berufsfeld Recruiting richten im Zeitverlauf an, kann man Folgendes feststellen. Es gibt zwar ein paar kleinere Schwankungen, aber auch über die Pandemiezeit hinweg schwankt der Anteil dieser Stellenanzeigen zwischen etwas mehr als 7 und knapp 9 %.

Insofern suchen Arbeitgeber Corona hin oder her relativ kontinuierlich Nachwuchs in diesem Bereich. Im Hinblick auf Praktika kann man hingegen eine deutliche größere Spannweite sehen. Im Herbst 2020 lag der Anteil an Stellenausschreibungen noch bei über 10%, im Dezember 2021 bei 6,8%.

… für andere Aufgabenschwerpunkte und fachliche Entwicklung

Schaut man in Stellenanzeigen für Recruiter, werden kaum mehr „reine“ Bewerbungsmanager und Recruiting-Administratoren gesucht. Denn im Wettbewerb um begehrte Fach- und Führungskräfte muss mehr getan werden als Anzeigen schalten, Bewerbungen sichten und Vorstellungsgespräche führen.

Da ist einerseits sehr oft Active Sourcing- bzw. Talent Acquisition-Erfahrung gefragt. Und wenn Kandidaten zwischen Jobs auswählen können, nimmt die Bedeutung der emotionalen Ebene im Recruitingprozess zu. Daher suchen Arbeitgeber People Manager, die die Kommunikation und Beratung in der Schnittstelle Hiring Manager und Kandidaten übernehmen und für eine hohe Candidate Experience sorgen – und für ein positives Erleben bei den Führungskräften.

Insbesondere dort, wo es um sehr spezifische Jobs geht und man „die Sprache“ der Bewerbenden sprechen muss, ergibt sich hier und da auch die Möglichkeit einer starken Zielgruppen-Spezialisierung im Recruiting, z.B. als Tech- oder IT-Recruiter. Teilweise sind diese Stellen nicht mehr als Querschnittsfunktion in einem Recruiting- oder HR-Bereich, sondern direkt im Fachbereich angesiedelt.

KI ist zwar in aller Munde, aber noch bei weitem nicht so verbreitet wie oft propagiert. In vielen Unternehmen steht die Digitalisierung des Recruitings noch in den Anfängen. Und auch die beteiligten Hiring Manager sowie die Kandidaten stehen digitalen Auswahlprozessen skeptisch gegenüber. Hier gibt es also viel zu tun – Projektarbeit lässt grüßen. Wer gerne mehr strategisch und konzeptionell arbeiten möchte, kann hier fündig werden. Digital-affine Recruiter werden gerade gezielt gesucht und angesprochen.

Dass es einen Kandidatenmarkt gibt, ist nicht mehr wegzudiskutieren. Die Anforderungen von Bewerbenden sind je nach Zielgruppe anders gelagert und unterliegen zudem einem zeitlichen Wandel. Dies im Arbeitgebermarketing und im Employer Branding zu berücksichtigen ist eine stetige Herausforderung. Gerade in letzter Zeit zeichnet sich ab, dass z.B. Diversity und Nachhaltigkeit neben der schon länger relevanten Work-Life-Balance stark an Bedeutung gewinnen. Das sind Themen, die bei vielen Unternehmen noch in den Kinderschuhen stecken. Hieran mitzuarbeiten, ist jetzt eine Chance für jeden, der gerne am Auf- und Ausbau einer Employer Brand und eines individualisierten Arbeitgebermarketings mitarbeiten möchte.

… für andere Rahmenbedingungen

Viele Beschäftigte haben gerade durch die Pandemie den Wert einer hohen Work-Life-Balance und insbesondere flexibler Arbeitszeiten und noch mehr flexibler Arbeitsorte kennen- und schätzen gelernt. Nicht jeder Arbeitgeber möchte die Möglichkeiten nach der Corona-Krise weiter gewähren. Andere haben den Nutzen für sich erkannt und denken nicht nur über eine Fortsetzung, sondern über weitergehende Wege des New Work nach. Auffällig ist, dass inzwischen in deutlich mehr Stellenanzeigen auf eine Homeoffice-Option hingewiesen wird. Dadurch ist und wird die Art des Arbeitens vielfältiger. Die Chancen steigen einen Arbeitgeber zu finden, der die eignen Vorstellungen von Flexibilität realisiert. Und vielleicht ist das sogar ein Arbeitgeber, der früher aufgrund der Entfernung gar nicht erst in die engere Wahl gekommen wäre.

Die Diskussion um die Forderung von potenziellen Kandidaten nach mehr Gehaltstransparenz hat zwar noch nicht viel bewirkt, aber es ist heute durchaus leichter mehr Informationen über die mögliche Vergütung einer Stelle zu erhalten. Studien zeigen, im Recruiting tut sich etwas.

Gehaltsstudien wie auch Angaben von Vergleichsgehältern oder Gehaltsbandbreiten bei Stellenanzeigen ermöglichen einerseits die eigene Vergütung besser einzuschätzen. Andererseits sind bei einem gehaltsmotivierten Stellenwechsel finanziell attraktivere Stellen leichter auszumachen.

Stepstone Gehaltsreport 2021

Durchschnittliches Bruttojahresgehalt im Recruiting: 50.844 EUR.

Wer also Nägel mit Köpfen machen möchte, sollte jetzt seine Veränderung im Recruiting-Berufsfeld suchen. Vielleicht findet sich ja auch unter den Recruiting-Jobs in unserem Fachportal Rekrutierungserfolg.de schon eine passende Option. Wir wünschen dir in jedem Fall viel Erfolg.

* Auch wenn wir zu Gunsten der Lesbarkeit auf die gleichzeitige Nutzung aller Genderformen verzichten, meinen wir immer alle Geschlechter.

RE Redaktion