Nutze die Adventszeit für ein emotional ansprechendes Arbeitgebermarketing

Recruiting Impuls Adventszeit und Arbeitgebermarketing

In der Weihnachtszeit und im Jahresendspurt ist vieles zu erledigen. Das gilt nicht nur für jeden Einzelnen von uns, sondern auch für Unternehmen. Da gerät das Arbeitgebermarketing schnell in den Hintergrund. Frei nach dem Motto: Da haben potenzielle Bewerber jetzt auch keinen Nerv für. Damit vergibst du aber eine große Chance.

Denn genau jetzt, in der emotional aufgeladenen Zeit, reflektiert manch einer das vergangene Jahr und denkt über Veränderungen auch im Job im neuen Jahr nach. Spätestens „zwischen den Jahren“ ist oft Muße dafür und auch für Gespräche im Familienkreis. Gut, wenn man gerade dann präsent ist. Und zwar nicht mit schreiender Hochglanz-Werbung, sondern mit Aktivitäten, die zur Zeit passen und Emotionen ansprechen.

Fünf Ansatzpunkte dafür findest du hier:

1 | Chrismas Social Responsibility-Aktivitäten – Gutes Tun und darüber sprechen

Manche Arbeitgeber nutzen gerade die Adventszeit, um sich sozial besonders zu engagieren. Neben klassischen Geld-Spenden gibt es vielfältige Möglichkeiten, auch die Mitarbeiter mit einzubeziehen. Ein paar ausgewählte Beispiele sind:

  • Mitmachen bei einem Advents-/Weihnachtsmarkt am Unternehmensstandort und Verkauf von selbstgemachten Dingen, die die Mitarbeiter gebastelt oder hergestellt haben. Je nach Größe und Standort des Unternehmens kann auch ein eigener kleiner Weihnachtsmarkt für die Anwohner/Laufkunden etc. organisiert werden. Die Einnahmen gehen in beiden Fällen an soziale Einrichtungen oder Hilfsorganisationen.
  • Freistellen von Mitarbeitern, die als „helfende Hände“ z.B. bei Weihnachtsfeiern in Heimen, bei der Bahnhofsmission oder der Tafel unterstützen.
  • Teilnahme an Weihnachten im Schuhkarton, „Geschenk mit Herz“ oder vergleichbare Weihnachtspäckchen-Aktionen, bei denen Kartons mit individuell zusammengestellten Inhalten an Kinder in schwierigen Lebenssituationen gepackt und übergeben werden. Regional gibt es oft auch Aktionen, die andere Adressaten (Bedürftige, Obdachlose etc.) im Fokus haben. An solchen Aktionen kann man sich auch als Unternehmen mit Sach- oder Geldspenden oder als Abgabeort beteiligen. Und/oder auch Mitarbeitern Gelegenheit geben, diese Aktion z.B. durch Packen von Kartons zu unterstützen.
  • Aufstellen eines Weihnachtswunschbaums oder Einrichten eines „digitalen Weihnachtswunschbaums“ behangen mit Zetteln mit Weihnachtswünschen z.B. von Bewohnern eines Alten-/Pflege-/Kinderheims. Jeder Mitarbeiter kann sich einen Zettel nehmen und das entsprechende Geschenk besorgen; das Unternehmen übergibt dann dem Heim kurz vor Weihnachten die Geschenke.
  • Bei einer Christmas Challenge nominieren Mitarbeiter immer x weitere Mitarbeiter etwas weihnachtlich „Verrücktes“ zu tun. Wer als Nominierter nicht mitmachen möchte, zahlt einen Betrag in einen Spendentopf. Dieser geht anschließend an eine oder mehrere Einrichtungen oder Hilfsorganisationen.

Solche Aktivitäten zeigen soziales Engagement als Arbeitgeber und stärken auch den Gemeinschaftsgeist im Unternehmen. Damit potenzielle Kandidaten davon erfahren, muss man natürlich auch darüber sprechen oder sprechen lassen. Dies sollte jedoch unternehmensseitig dezent und ohne sich als Arbeitgeber in den Mittelpunkt zu stellen erfolgen. Möglichkeiten sind z.B. eine Info zum Start der Aktion oder zur Spendenübergabe. Diese können als Unternehmensnews, in Social Media oder im Unternehmensblog etc. verbreitet werden. Natürlich kann man ergänzend auch darauf setzen oder dazu motivieren, dass Mitarbeiter zu ihren Aktivitäten in ihren sozialen Netzwerken posten.

2 | Adventskalender – Unternehmenseinblicke geben

Andere Arbeitgeber greifen die Idee eines Online-Adventskalenders auf und hinterlegen hinter die 24 Türchen interessante Informationen zum Unternehmen. Dabei ist die Art der Aufbereitung sehr vielfältig. Von einfacher Textinformationen, über Testimonials von Mitarbeitern in Bild und Text bis hin zu Videos, in denen z.B. Mitarbeiter von ihren Jobs und Erfahrungen berichten oder den Möglichkeiten, die der Arbeitgeber bietet (z.B. Sabbatical, Teilzeit, Weiterqualifizierung), ist alles möglich.

Mit einem Adventskalender ist man den ganzen Monat über präsent. Wer als Kandidat einmal „Lunte gerochen hat“, schaut meist noch ein paar mal mehr neugierig, was sich so hinter den Türchen verbirgt. Der Adventskalender kann auf der Firmen-/Karriereseite des Unternehmens und/oder den Social Media Kanälen, in denen der Arbeitgeber präsent ist (z.B. Facebook, Instagram) integriert werden. Und natürlich zusätzlich auch im Intranet. Auch die vorhandenen Mitarbeiter erfahren oft noch spannende Details, die sie noch nicht kennen. Und erzählen als Multiplikatoren dann in ihrem Freundes-/Bekanntenkreis davon.

3 | Gewinnspiele – Solche, die auch potenzielle Kandidaten ansprechen

Wieder andere Unternehmen rufen zur Weihnachtszeit Gewinnspiele aus, an denen sich Mitarbeiter, Kunden und auch Jobinteressenten beteiligen können. Beliebt ist sind Aktionen wie Ugly-Christmas-Sweater-Fotos. Hierbei wird z.B. dazu aufgerufen einen Schnappschuss mit seinem hässlichsten Weihnachtpulli unter einem bestimmten Hashtag auf das Profil des Unternehmens in einem Netzwerk zu posten. Unter den Teilnehmern wird dann ein vorher festgelegter Gewinn verlost, z.B. Glückslose der Aktion Mensch. Alternativen zum Weihnachtspulli sind z.B. die schrägsten Weihnachtsbäume, die „besten“ selbst gesungenen Weihnachtslieder usw.

Zur Aktion (auf der Website oder in Social Media) aufzurufen und später die Gewinner zu küren, schafft nicht nur eine punktuelle Aufmerksamkeit als Arbeitgeber. Es regt den einen oder anderen Jobinteressenten, der davon erfährt, zum Mitmachen und sich ggf. auch zum weiteren Informieren über den Arbeitgeber an.

4 | Besondere Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter – über die gerne gesprochen werden darf

Manch Arbeitgeber richtet den Fokus seiner Aktivitäten stärker auf die eigenen Mitarbeiter und positioniert sich als Arbeitgeber, dem der Zusammenhalt, das Gemeinsame und die Wertschätzung seiner Mitarbeiter wichtig ist.

Dazu zählen weihnachtliche Aktionen, von denen Mitarbeiter einen Nutzen haben und so ggf. darüber berichten – Mund-zu-Mund oder via Social Media. Zu solchen Aktionen zählen z.B. das kostenlose Weihnachtsbaumschlagen oder Verschenken von Bäumen an Mitarbeiter. Oder die Verlosung von Karten z.B. für ein Weihnachtskonzert oder den Weihnachtszirkus. Auch hierüber kann man neutral berichten oder anregen, dass Mitarbeiter darüber in ihren Netzwerken z.B. ein Bild posten.

5 | Talentpool nicht vergessen – ein Weihnachtsgruß gehört einfach dazu

Und last but not least ist die Weihnachtszeit natürlich auch ein toller Anlass, um die Kandidaten in einem vorhandenen Talentpool zu kontaktieren. Neben einem Advents-/ Weihnachtsgruß ist auch ein kurzer Arbeitgeber-Rückblick auf das alte Jahr oder ein Ausblick auf das neue Jahr gern gesehen. Außerdem bietet es sich auch an, auf Aktivitäten wie oben beschrieben aufmerksam zu machen.

Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten, sich gerade in der Adventszeit als Arbeitgeber zu zeigen und die Emotionen von potenziellen neuen Mitarbeitern anzusprechen. Sei es, dass man sich sozial engagiert präsentiert oder als wertschätzender Arbeitgeber, der die Gemeinschaft im Unternehmen fördert oder gar beides. Beides zahlt auf das Bild der oft nebulös wahrgenommenen, aber für viele Bewerber wichtigen Unternehmenskultur ein. Und wenn Kandidaten dann nicht nur solche Aktivitäten zu Weihnachten, sondern auch zu anderen Anlässen in Berichten, Blogs oder Social Media finden, dann wird das Ganze umso glaubwürdiger.

* Auch wenn wir zu Gunsten der Lesbarkeit auf die gleichzeitige Nutzung aller Genderformen verzichten, meinen wir immer alle Geschlechter.

Ruth Böck
... ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als "Recruiting-Qualitäterin" unterstützt sie Arbeitgeber in der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Außerdem ist sie die Initiatorin von Rekrutierungserfolg.de - dem Portal für das Recruiting.