Arbeitgeber kommunizieren an den Bewerbern vorbei

Quelle: obs/softgarden

Während die meisten Arbeitgeber in Stellenanzeigen und Karrierewebsites aktuell auf austauschbare Reklame à la "erstklassige Karrierechancen" setzen, wünschen sich Bewerber etwas ganz anderes: Transparenz in Form von belastbaren Informationen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Recruiting Software-Anbieters softgarden, für die 6.720 Bewerberinnen und Bewerber befragt wurden.

softgarden analysiert laufend digitale Recruitingprozesse und nutzt die Erkenntnisse, um Transparenz für rekrutierende Unternehmen zu schaffen und die eigenen Lösungen zu verbessern. Die aktuelle, dreiteilige Studie des Recruiting Software-Anbieters nimmt das Such- und Bewerbungsverhalten von Jobinteressierten in den Fokus. Anhand von bildgestützten A/B-Auswahlsituationen hat softgarden dabei realitätsnah überprüft, welche Faktoren dazu führen, dass sich Jobinteressierte tatsächlich zu einem Arbeitgeber "durchklicken". So entsteht ein facettenreiches Bild der "Candidate Journey", des digitalen Wegs der Jobinteressierten zum Arbeitgeber. Im aktuell veröffentlichten ersten Teil geht es vor allem um Erfolgsfaktoren und "Showstopper" in Arbeitgebermedien.

Stellenanzeigen: Gehaltstransparenz und integrierte Bewertungen

Die Studie zeigt, dass Stellenanzeigen nach wie vor den wichtigsten Einstieg für die Mehrheit der Bewerber darstellen. Diese wünschen sich dort konkrete Gehaltsangaben. Online-Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe werden von 74,3% der Bewerber bevorzugt geklickt. Im A/B-Test fiel eine ansonsten identische Stellenanzeige ohne Gehaltsangabe durch (25,7%). Den größten Effekt auf die Click-through-Rate in Stellenanzeigen erzielt jedoch die Integration von positiven Arbeitgeberbewertungen. Stellenanzeigen mit integrierten Bewertungen von Mitarbeitern des Unternehmens wurden von 80,7% der Teilnehmer geklickt.

Bewerbungsschwellen auf Arbeitgeberbewertungsplattformen

Bei den Arbeitgeberbewertungen gibt es für Bewerber eine erkennbare Schwelle, die bei einem Durchschnittsscore von 3,5 von 5 möglichen Punkten liegt. Für über zwei Drittel der Jobinteressierten kommen Arbeitgeber überhaupt nur in Frage, wenn sie auf einer Arbeitgeberbewertungsplattform mit 3,5 oder besser bewertet wurden. 41,8% bewerben sich sogar erst ab einem Score von 4,0 oder 4,5. Der branchenübergreifende Bewertungsdurchschnitt auf der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu liegt derzeit bei 3,4.

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Karrierewebsites: Bewerbungs-KPIs und Videos

Auf Karrierewebsites machen solche Angebote das Rennen, die Jobinteressierte transparent über die Dauer des Bewerbungsprozesses informieren. Eine solche Karrierewebsite wird von 74,4% der Bewerber geklickt, die Variante ohne Angaben zum Bewerbungsprozess von 25,6%. Auch Videos wirken sich im Employer Branding positiv aus. In den auf einer Karrierewebsite veröffentlichten Stellenanzeigen werden Beispiele mit Mitarbeitervideos von 68,7% bevorzugt.

Neuer Standard im Recruiting nötig

Die Bewerberpräferenzen sind klar und weichen erheblich vom gewohnten Standard im Recruiting ab. Die Integration von Bewertungen oder Transparenz bei der Gehaltsangabe sind hier nicht die Regel, sondern die seltene Ausnahme. "Arbeitgeber brauchen dringend einen anderen Standard in ihren Recruitingprozessen, in dem Transparenz und echte Informationen die Hauptrolle spielen", sagt Mathias Heese, Geschäftsführer von softgarden.

Downloadmöglichkeit und weitere Teile der Studie

Der erste Teil der Candidate Experience 2020-Studie steht unter https://go.softgarden.de/candidate-experience-1 zum kostenlosen Download zur Verfügung. Der zweite Teil nimmt in den kommenden Wochen Prozessaspekte wie die gewünschte Dauer der Verfahren aus Kandidatensicht in den Blick sowie die Erlebnisdimension in Form von individuellen Insights der Jobsucher. Im abschließenden dritten Teil geht es um die jeweiligen Besonderheiten je nach Einstieg in die Jobsuche (Google, Jobbörse, Xing oder LinkedIn, Karrierewebsite).

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