Nachwuchs braucht neue Lernräume: KI verändert den Berufseinstieg

Berufseinstieg im KI-Zeitalter – Randstad Factsheet zum World Youth Skills DayAusschnitt Quelle Randstad

Am 15. Juli findet der World Youth Skills Day unter dem Motto „Skills for a shared future” statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Fähigkeiten junge Menschen für Beschäftigung, Entwicklung und Teilhabe in einer sich wandelnden Arbeitswelt brauchen. Dieses Randstad Factsheet mit Ergebnissen verschiedener aktueller Studien zeigt: Während immer mehr Einstiegsaufgaben von künstlicher Intelligenz übernommen werden, sehen junge Berufsanfänger trotz hoher Lernbereitschaft fehlende Fähigkeiten als eine große Einstiegshürde in den Job. 

Henri Viswat, CEO von Randstad Deutschland: „KI verdrängt Einstiegsjobs nicht grundlegend. Aber sie verändert, wie junge Menschen in ihre Jobs hineinwachsen. Wenn Routineaufgaben wegfallen und Einstiegsprofile anspruchsvoller werden, müssen Unternehmen genauer unterscheiden: Welche Fähigkeiten müssen junge Talente mitbringen – und welche können sie im Job entwickeln? Der Nachwuchs braucht dafür klare Lernkurven, gute Einarbeitung, Mentoring und die Möglichkeit, KI im Arbeitsalltag reflektiert einzusetzen. Wer heute an Einstiegsmöglichkeiten spart, riskiert morgen Lücken bei den Fach- und Führungskräften.“

Das Randstad-Factsheet zum Berufseinstieg

1. KI ersetzt typische Einstiegsaufgaben

Aus der Randstad-ifo-HR-Befragung (Q4 2025) zum Berufseinstieg geht hervor, dass KI bereits heute Auswirkungen auf typische Aufgaben von Berufseinsteigern hat. Gleichzeitig rechnen die meisten Unternehmen nicht mit einem generellen Rückgang von Einstiegsstellen.

  • In 14 % der Unternehmen übernimmt KI bereits Aufgaben, die bislang häufig von Berufseinsteigern erledigt wurden – 40 % planen dies für die kommenden drei Jahre.
  • 65 % der Unternehmen erwarten eine gleichbleibende Zahl an Einstiegsstellen; 19 % rechnen mit weniger Stellen für Berufseinsteiger.
  • Unter den Unternehmen, die weniger Einstiegsstellen erwarten, nennen 38 % Automatisierung und Digitalisierung als Grund.

(Quelle: Randstad-ifo-HR-Befragung Q4/2025)

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2. Trotz Lernbereitschaft: Gen Z erlebt Skills als Eintrittshürde

Der Gen Z-Blueprint für die Arbeitswelt zeigt wiederum: Junge Beschäftigte trauen sich grundsätzlich zu, neue Fähigkeiten schnell aufzubauen. Trotzdem werden Skills für viele aus der Gen Z bereits im Bewerbungsprozess zur Hürde.

  • 43,4 % der Gen Z geben an, schon einmal wegen fehlender Skills für einen Job abgelehnt worden zu sein.
  • 51,2 % finden die in Stellenanzeigen geforderten Skills oft unrealistisch.
  • 71,7 % glauben, dass sie die für einen Job nötigen Fähigkeiten schnell lernen könnten.

(Quelle: Der Randstad Gen Z Blueprint für die Arbeitswelt  2025)

3. So lernt die Gen Z: Im Job, im Austausch und mit künstlicher Intelligenz

Die Daten zeigen außerdem: Die Gen Z wartet nicht nur auf formale Weiterbildung. Sie nutzt unterschiedliche Lernwege – vor allem im Arbeitsalltag, über andere Menschen und zunehmend auch mit KI-Tools.

  • 88,9 % der Gen Z lernen zumindest manchmal durch Learning by Doing, Shadowing oder On-the-job-Training.
  • 88,4 % lernen von Kollegen oder Mentoren.
  • 75,8 % lernen mit KI-Tools wie ChatGPT oder Microsoft Copilot.

(Quelle: Der Randstad Gen Z Blueprint für die Arbeitswelt 2025)

4. Die Fähigkeiten der Zukunft: KI-Kompetenz kombiniert mit Soft Skills

Die Randstad-Studie „Age of Augmentation“ zeigt, dass sich die Anforderungen in Jobprofilen auf breiter Front verändern. Neben KI-bezogenen Fähigkeiten gewinnen Kompetenzen an Bedeutung, die für den verantwortungsvollen Einsatz neuer Technologien entscheidend sind.

Besonders stark steigt die Nachfrage in Jobbeschreibungen nach:

  • KI Auditing: +955 %
  • Problemlösungskompetenz: +35 %
  • Qualitätssicherung: +35 %
  • Kritischem Denken: +17 %

(Quelle: Studie „Age of Augmentation” von Randstad; Vergleich 2021 zu 2025)