Mehrheit der Beschäftigten hält eine klassische Karriere für veraltet

Beschäftigte wollen neue Wege gehen - Randstad Arbeitsbarometer 2026Ausschnitt Quelle Randstad Deutschland

Hat der lineare Karriereweg – eine Karriere mit regelmäßigen Aufstiegsmöglichkeiten in einem oder mehreren Unternehmen – ausgedient? Darauf deuten die Ergebnisse des diesjährigen Randstad Arbeitsbarometers hin. Auch klassische Arbeitsmodelle werden durch Arbeitnehmende zunehmend hinterfragt.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • 63 % der Beschäftigten in Deutschland stimmen der Aussage zu, der traditionelle Karrierepfad sei veraltet bzw. nicht mehr zeitgemäß (global: 72 %),
  • 39 % der Befragten haben sich keine Karriereziele für die nächsten fünf Jahre gesteckt (global: 41 %),
  • 63 % von ihnen stufen zudem eine gute Work-Life-Balance als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ in ihrem Berufsleben ein (global: 78 %),
  • Die gute Nachricht: 74 % der Arbeitnehmer:innen schätzen ihre Work-Life-Balance bereits als „gut“ ein.

Klassische Vollzeitstelle adé?

Anstelle klassischer Karrierewege setzen immer mehr Arbeitnehmende auf „Portfolio“-Karrieren, indem sie durch vielfältige Berufserfahrungen Qualifikationen für unterschiedliche Jobs erlangen. Das macht sich auch in den bevorzugten Arbeitsmodellen bemerkbar: 56 % der befragten deutschen Beschäftigten arbeiten heute in einer klassischen Vollzeitstelle, aber im Idealfall würden dies nur 33 % tun. Stattdessen wären 10 % lieber selbstständig (aktuell sind es nur 5%). Weitere 12 % hätten neben ihrer Vollzeitbeschäftigung gern einen Nebenjob – viermal so viele wie es heute tatsächlich haben (3 %).

„Arbeitnehmende wollen immer weniger den Pfad des klassischen Aufstiegs in Unternehmen antreten. Hinzu kommt, dass mehr von ihnen aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten unter finanziellem Druck stehen. Arbeitgeber müssen sich darum bemühen, die individuellen Bedürfnisse ihrer Beschäftigten zu verstehen und Entwicklungspfade zu bieten, die nicht unbedingt dem klassischen Aufstieg – gebunden an Führungsverantwortung – im Unternehmen entsprechen. Dies bedeutet auch Offenheit für neue Beschäftigungsmodelle im eigenen Betrieb mit Strukturen, die der Expertise der einzelnen Mitarbeitenden gerecht werden“, sagt Verena Menne, Director Group HR bei Randstad Deutschland.

Flexibilität und Authentizität werden immer wichtiger

In diesem Kontext werden Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten wichtiger: Work-Life-Balance hat im Vergleich zum Vorjahr weiter an Bedeutung gewonnen und liegt auf Platz 4 auf der Liste der beruflichen Prioritäten (2025 nur Platz 5). 54 % der Befragten sagen außerdem, dass sie bei der Arbeit produktiver sind und sich stärker einbringen können, wenn sie „ihr authentisches Selbst“ sein können.

Anzeige
Im Wettbewerb einen Unterschied machen - E-Learning Bewerberversteher werden

„Der Wunsch vieler Beschäftigter ist klar: Sie möchten, dass Arbeitgeber den Raum für mehr Individualität im Arbeitskontext schaffen. Das ist natürlich nur bis zu einem gewissen Grad möglich, da Unternehmen auch betriebliche Anforderungen berücksichtigen müssen. Doch mit einer Kultur der Wertschätzung und des konstruktiven Feedbacks ist bereits viel erreicht – im Wettbewerb um Talente kann sie langfristig den entscheidenden Unterschied machen“, so Verena Menne.

Download Randstad Arbeitsbarometer 2026