Kurioses beim Bewerbungseingang

Quelle: Bewerbung © upo
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Das Leben eines Recruiters hat viele Facetten. Auch wenn die Grenze zum ablehnenden Kopfschütteln schnell erreicht ist, bleibt doch immer auch Platz zum Schmunzeln. Nicht immer ist klar, ob das Erlebte ernst gemeint ist oder sich doch jemand einen Scherz erlaubt. Wahrscheinlich ist eine Mischung aus allen möglichen Motivationen. Hier ein paar gesammelte Beispiele:

Zunächst ist es völlig schmunzel-unverdächtig, wenn es klingelt und eine Dame mittleren Alters eine Bewerbung übergibt. Wenn da nicht folgende Worte wären:

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„Guten Tag, ich möchte gerne meinen Sohn bewerben.“

Hier zeigt sich der volle Einsatz einer Mutter, die sich um die berufliche Zukunft ihres Sohnes Gedanken macht. Wie hoch das Interesse des Sohnes einzuschätzen ist, überlasse ich gerne Ihrer Einschätzung.

Über jeden Zweifel erhaben wähnte sich ein Kandidat, dessen Bewerbung wir vor einiger Zeit öffnen durften:

„Hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stellenausschreibung in der Zeitung. Ich erfülle alle Anforderungen. Bitte schicken Sie mir den Arbeitsvertrag per Post zu – aber bitte mit Einschreiben, damit der Vertrag auch wirklich ankommt.“

Tja, die Absage haben wir – soweit ich mich erinnere – nicht per Einschreiben zustellen lassen.

Immer öfter liest man von der Bedeutung der äußeren Erscheinung im Bewerbungsverfahren. Teils werden Vorteile unterstellt, teils durchaus auch auf die Risiken von zuviel Schönheit hingewiesen. Interessant wird es aber, wenn im Lebenslauf statt des üblichen Werdegangs zu lesen ist:

„Größe 1,72 m, Gewicht 58 kg, Augenfarbe grün, Haarfarbe braun, Sternzeichen Widder.“

Anschließend kamen auch noch die erwarteten Informationen zur Qualifikation. Ach so, aus aktuellem Anlass vielleicht noch der Hinweis, dass es sich nicht um die Bewerbung für ein Model-Casting gehandelt hat.

Natürlich spielt auch Fachlichkeit in einer Bewerbung eine große Rolle, insbesondere wenn es sich wie im nächsten Fall um die Bewerbung auf eine Führungsaufgabe in der Versicherungsbranche ging. In seinem Anschreiben ging der Bewerber wie folgt auf seine Kenntnisse ein:

„Ich habe mir Rechtssicherheit und vertiefte Kenntnisse in der Sach-Schadenversicherung angeeignet. Dies wird abgerundet mit der in meinem Besitz befindlichen nachfolgend gelisteten Literatur.

  • Horst Diez: Wohngebäudeversicherung – Kommentar
  • Horst Diez : Hausratversicherung
  • …“

Die folgende Liste zum Who-is-who der Versicherungsliteratur möchte ich uns an dieser Stelle ersparen.

Und zum Abschluss noch eine Kuriosität, die auf mangelnde Sorgfalt und gegebenenfalls auf hohe Technikgläubigkeit in Bezug auf die Serienbriefverarbeitung zurückzuführen ist:

„Sehr geehrter Herr Human Resources“ – so begann kürzlich eine Bewerbung, die an die Abteilung Human Resources eines Unternehmens gerichtet werden sollte.

„Herr Human Resources“ fand das zwar lustig, eine positive Reaktion wurde damit aber nicht hervorgerufen.

Wir werden in dieser Kategorie immer mal wieder ein paar kurze Geschichten aus dem Alltag eines Recruiters berichten. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und sollten Sie ebenfalls Kurioses aus dem Recruiter-Alltag zu berichten haben, melden Sie sich doch einfach kurz bei mir.

Unsere Checklisten-Empfehlung für Sie

* Auch wenn wir zu Gunsten der Lesbarkeit auf die gleichzeitige Nutzung aller Genderformen verzichten, meinen wir immer alle Geschlechter.

Karl-Heinrich Bruckschen
... unterstützt mit upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg Arbeitgeber bei der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung von IT und Recruiting.