Kurioses bei Bewerbungsgesprächen per Telefon

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Telefonische Bewerbungsgespräche haben so ihre eigenen Mechanismen. Im Vergleich zum persönlichen Gespräch, bei dem wir dem Bewerber gegenüber sitzen, fehlt im Telefonat das Bild vom Bewerber, die Mimik und Gestik. Dafür geht der Hörsinn in die Offensive und wird um einige Grade sensibler als dies beim direkten persönlichen Kontakt der Fall ist. Bei diesem „genaueren Zuhören“ haben wir folgenden Bewerber-Zitate aufgeschnappt.

Selbstbewusst erzählte uns ein Kandidat bei einem Telefonat:

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„Ich habe nach der Ausbildung nur Mist dahin gelegt bekommen. Das ist unmöglich! Damit bin ich zum Chef gegangen und habe auf den Tisch gehauen. So geht das nicht, denn ich möchte mich entfalten. Meine Flügel habe ich schließlich schon ausgefaltet.“

Auf die Frage, wie es zur Berufswahl eines Bewerbers gekommen ist, haben wir folgende Antwort erhalten:

„Die Ausbildung habe ich über Vitamin B erhalten. Mit so einem Schulzeugnis hätte ich sonst nichts machen können. Wenn ich mich auf regulärem Weg beworben hätte, dann hätten sich die Personaler damit die Nase geputzt, so traurig ist das Zeugnis.“

Ein Bewerber, der im Telefonat sehr viele Floskeln verwendete, merkte das im Verlauf selbst und sagte dann selbstbewusst:

„Entschuldigen Sie, aber ich habe gerade Feierabend und bin ja noch in einem recht jugendlichen Alter.“

Auf die Nachfrage hin, warum jemand an einem Traineeprogramm bei einem Versicherungsunternehmen teilnehmen möchte, hörten wir folgende Aussage:

„Versicherungsfachwirt ist doch Blödsinn. Ich will ja schließlich nicht für immer in der Versicherung bleiben, sondern ins Management kommen!“

Bei einigen Positionen ist es für uns wichtig, die Mobilität und Umzugsbereitschaft zu erkunden. Bei einem Kandidaten Mitte 30, der gerne künftig eine Führungsaufgabe übernehmen möchte, überraschte uns folgende Aussage dann doch etwas:

„Wissen Sie, ich wohne ja noch Zuhause bei meinen Eltern….“

Glasklar war die Aussage eines Bewerbers auf unsere Nachfrage, was er sich von der angestrebten Führungsaufgabe verspricht:

„Reichtum und Frauen“.

Es gibt immer wieder Bewerber, die versuchen, auf eine kumpelhafte Art zu punkten:

„Jetzt mal ehrlich unter uns: Ich möchte ja niemandem ans Bein pinkeln, aber die bei xxx oder yyy oder anderen zzz können doch alle nichts. Einfach Null Kompetenz …. .“

Und dann gibt es natürlich auch die Bewerber, die es mit einem Flirt versuchen, z.B. in dem Sie direkt nach der Begrüßung sagen:

„Sie sind aber noch jung, das höre ich an Ihrer Stimme …“

oder am Ende des Telefonates fragen

„Haben Sie jetzt auch Feierabend – vielleicht können wir das Gespräch ja woanders fortsetzen?“

Ja, Sie sehen, der Recruiter-Alltag birgt so manche schöne Episode. Wenn auch Sie eine nette Geschichte zu erzählen haben, melden Sie sich doch einfach bei mir.

* Auch wenn wir zu Gunsten der Lesbarkeit auf die gleichzeitige Nutzung aller Genderformen verzichten, meinen wir immer alle Geschlechter.

Karl-Heinrich Bruckschen
... unterstützt mit upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg Arbeitgeber bei der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung von IT und Recruiting.