KI schürt Unsicherheit am Arbeitsmarkt – der ManpowerGroup Global Workforce Trendreport 2026

ManpowerGroup Global Workforce Trendreport 2026Ausschnitt Quelle ManpowerGroup

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt schneller und tiefgreifender als viele Unternehmen erwartet haben. Unter der Überschrift „Der Faktor Mensch“ zeigt der aktuelle Trendreport der ManpowerGroup klar auf: Arbeit wird zunehmend neu organisiert, Tätigkeiten werden neu verteilt, Stellenprofile aufgebrochen und Rollen anders zusammengesetzt als bisher. Während Unternehmen ihre Investitionen in Automatisierung ausbauen, wächst die Unsicherheit bei den Beschäftigten – insbesondere bei jungen Generationen.

61 Prozent der Unternehmen weltweit planen, ihre Investitionen in Automatisierung weiter zu erhöhen. Diese konzentrieren sich vor allem auf standardisierbare und repetitive Tätigkeiten. Gleichzeitig werden bestehende Jobprofile nicht vollständig ersetzt, sondern neu strukturiert: Aufgaben werden aus bisherigen Stellen herausgelöst und zwischen Mensch und KI aufgeteilt.

Generation Z besonders von Automatisierung betroffen

Besonders deutlich wird der Wandel mit Blick auf junge Beschäftigte. Über die Hälfte der Generation Z befürchtet, dass Automatisierung ihre Rolle in den kommenden zwei Jahren ersetzen könnte. Diese Unsicherheit betrifft vor allem Einstiegspositionen, die als besonders stark automatisierbar gelten.

Gleichzeitig steht die Generation Z neuen Technologien grundsätzlich offen gegenüber und nutzt KI-Anwendungen häufig selbstverständlich. Was fehlt, sind klare Leitplanken, transparente Regeln und gezielte Unterstützung beim Kompetenzausbau. Dabei sind sie nicht allein, denn gerade einmal 44 Prozent aller Erwerbstätigen weltweit im letzten Halbjahr weitergebildet. Ohne strukturierte Weiterbildungsangebote und nachvollziehbare Karrierepfade droht die Kluft zwischen technologischer Entwicklung und Beschäftigungsfähigkeit weiter zu wachsen.

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Der Mensch bleibt wichtiger Faktor

Der Titel des Reports bringt es auf den Punkt: Zentrale menschliche Kompetenzen bleiben trotz aller Fortschritte unverzichtbar. Ein Drittel der Arbeitgeber weltweit nennt ethisches Urteilsvermögen als eine der am schwersten automatisierbaren Fähigkeiten. Auch Kundenservice und Teamführung gelten als Aufgaben, die nicht einfach so durch KI ersetzt werden können. Diese Kompetenzen bleiben fester Bestandteil vieler Rollenprofile, auch in stärker automatisierten Arbeitsumgebungen.

Das zeigt, dass erfolgreiche KI-Strategien nicht allein auf Technologie setzen, sondern auf systematische Qualifizierung, klare Rollenmodelle und einen bewussten Umgang mit menschlichen Stärken. Nur so lassen sich Produktivität, Vertrauen und langfristige Beschäftigungsfähigkeit miteinander verbinden.

Die globalen „Future of Work“-Trends im Überblick:

Der Report beschäftigt sich neben dem aktuell dominierenden Thema KI noch mit weiteren Entwicklungen und identifiziert sechzehn Trends, die sich in vier Themenbereiche gliedern. Dies sind Hybride Super Teams aus Menschen und KI, die Notwendigkeit von schnellem Lernen, die Notwendigkeit eines Wandels von Systemen und Normen sowie die Nachfolgekrise, ausgelöst durch den Fachkräftemangel und eine alternde Bevölkerung.

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