Fachkräftemangel trifft die Wirtschaft hart – ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer 3. Quartal 2022

ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometer 3. Quartal 2022

Wie blicken deutsche Firmen auf die Jobaussichten im kommenden 3. Quartal? Dazu wurden für das Arbeitsmarktbarometer des weltweit führenden Personaldienstleisters ManpowerGroup im April 1.023 Arbeitgeber*innen befragt. Das Ergebnis: Der Netto-Beschäftigungsausblick (NBA) liegt – nach Abzug der üblichen saisonalen Schwankungen – bei insgesamt plus 23 Prozent. Damit verbessert sich der Wert um 10 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum und um einen Prozentpunkt zum Vorquartal. Der Nettobeschäftigungsausblick errechnet sich aus dem Prozentsatz jener Unternehmen, die einen Beschäftigungsanstieg erwarten, abzüglich des Prozentsatzes jener, die im nächsten Quartal einen Beschäftigungsrückgang an ihrem Standort prognostizieren. „Die durchweg positive Erwartungshaltung spiegelt die Erholung der deutschen Wirtschaft nach dem Einbruch aufgrund der Corona-Pandemie wider“, sagt Eric de Jonge, Country Manager der ManpowerGroup Deutschland.

Offene Stellen vor allem in der IT und im Baugewerbe. Gastro vergleichsweise zurückhaltend.

In allen elf untersuchten Branchen planen die Personalentscheider einen Anstieg der Beschäftigtenzahl. Besonders optimistische Prognosen stammen von den Arbeitgebern im Wirtschaftssegment IT, Tech, Telekommunikation, Kommunikation & Medien. Der saisonbereinigte NBA liegt hier bei plus 37 Prozent. Weitere Branchen mit starkem Stellenzuwachs sind das Baugewerbe mit plus 36 Prozent und gemeinnützige Unternehmen mit plus 35 Prozent. Am schwächsten, wenn auch zweistellig im Plus, schneiden die Bereiche Gastgewerbe & Hotellerie (+14%) und Primärproduktion (z. B. Landwirtschaft; +12%) ab.

Frankfurt und Berlin an der Spitze

Regional betrachtet stehen die Chancen auf einen neuen Job in Frankfurt mit einem saisonbereinigten Netto-Beschäftigungsausblick von plus 31 am besten, gefolgt von Berlin (+28%). Etwas abgeschlagen sind München (+10%) und das Ruhrgebiet (+9%).

Die positiven Prognosen ziehen sich auch durch alle vier Organisationsgrößen: Die Aussichten in Kleinstunternehmen (weniger als zehn Mitarbeitende) und kleinen Unternehmen (zehn bis 49 Mitarbeitende) sind mit plus 19 bzw. 18 Prozent ähnlich gut. Ein etwas größerer Anstieg der Belegschaft wird von mittelgroßen (50 bis 249 Mitarbeitende) und großen Betrieben (250 oder mehr Mitarbeitende) mit plus 27 bzw. 25 Prozent erwartet.

Fachkräftemangel bremst die Wachstumspläne

„Dieser bundesweite und branchenübergreifende Optimismus wird jedoch durch den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften gedämpft, der der Wirtschaft zunehmend zu schaffen macht“, betont Eric de Jonge. „79 Prozent der Arbeitgeber in Deutschland berichten von Schwierigkeiten bei der Besetzung freier Stellen“, so der Deutschland-Chef der ManpowerGroup mit Bezug auf die entsprechende Sonderbefragung im Rahmen der Arbeitsmarktstudie. Die Personalentscheider melden unabhängig von den abgefragten Branchen, dass vor allem Technologie- und Datenkenntnisse (27% der Nennungen) am schwierigsten zu finden sind, gefolgt von Fachkräften in den Bereichen Human Ressources (24%), Front Office/Kundenkontakt (20%), Betrieb und Logistik (20%), Vertrieb und Marketing (19%) sowie Fertigung und Produktion (19%).

Auch wesentliche Soft Skills fehlen häufig

Erschwerend kommt hinzu: Auch wichtige sogenannte Soft Skills, die neben der fachlichen Qualifikation entscheidende Einstellungskriterien sind, fehlen Berufsbewerber*innen offensichtlich sehr oft. Am meisten vermissen Arbeitgeber in Deutschland Resilienz und Anpassungsfähigkeit (29%), Verantwortungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Disziplin (28%) sowie Zusammenarbeit und Teamfähigkeit (25%). Zudem lassen bei vielen der Jobaspirant*innen das kritische Denken und die analytischen Fähigkeiten zu wünschen übrig (22%), ebenso das logische Denken und die Problemlösungskompetenz (22%).

„Mit zunehmender Digitalisierung und einem sich verschärfenden Fachkräftemangel steigen die Anforderungen an Mitarbeiter*innen auf allen Ebenen“, fasst de Jonge zusammen. „Wir wissen das aus Erfahrung. Denn die ManpowerGroup ist ein Personaldienstleister, der Menschen mit Unternehmen verbindet und so für jedes Projekt die richtigen Teammitglieder rekrutiert. Wir machen Performance mittels technologischer Tools vorhersagbar und planbar. Dafür haben wir eine Plattform entwickelt, welche die gesamte HR-Wertschöpfungskette von der Gewinnung bis zur Beschäftigung und Entwicklung von Talenten umfasst. Ein Beispiel für unsere Innovationsstärke ist der „Career Accelerator“ unserer IT-Tochter Experis. Er schafft die Brücke von den Fähigkeiten, die Menschen heute haben, zu den Skills, die Unternehmen zukünftig benötigen.“ Laut de Jonge seien globale, flexible Lösungen entlang des gesamten Talent-Lifecycle gefragt – von der Identifikation und Anwerbung über die Weiterqualifizierung bis hin zur Bindung an das Unternehmen.

Die Ergebnisse des ManpowerGroup Arbeitsmarktbarometers für Q3 sowie die Ergebnisse der Zusatzbefragung zum Thema Fachkräftemangel sind unter folgendem Link zu finden: https://ots.de/nCLHKf

Pressemitteilung