Eventbericht: Erfahrungen und Highlights von der DRX Düsseldorf

Eventbericht zur DRX Digital Recruiting Conference & Expo.

Ende März war ich auf der DRX Digital Recruiting Conference & Expo. Ein Plus für mich: Der Event in der Messe Düsseldorf ist für mich als Kölner sehr einfach erreichbar. Mit der gut funktionierenden Web-App konnte ich mir vorab einen Überblick zu Ausstellern und Vorträgen verschaffen. So startete ich neugierig und gut vorbereitet ins Getümmel.

Die zweitägige Veranstaltung fand am 21. und 22. März in der Messe Düsseldorf statt und hatte ihren Fokus auf digitale Recruiting-Themen rund um Social Recruiting, KI, Employer Branding und die Bewältigung des Fachkräftemangels. Für mich waren vor allem die Vorträge zum operativen Recruiting und KI interessant. Da ich nur den Donnerstag einplanen konnte, fiel die Auswahl angesichts der Vielfalt und Parallelität vieler Vorträge echt nicht leicht.

Erstmal Überblick verschaffen

Das Expo-Geschehen spielte sich im Foyer der Messehalle 1 ab. Mit der dort zusätzlich installierten Expo-Stage und der Workshop-Area eine ziemlich gefüllte Location, die mit einer entsprechenden Geräuschkulisse aufwartete. Insbesondere die Workshop-Area war sehr gut besucht, so dass es nicht nur schwer war, einen Platz zu ergattern. Aus meiner “Randposition” konnte ich dem Geschehen leider durch das turbulente Drumherum auch kaum folgen.

Daher machte ich mich auf die Suche nach den Conference-Stages und den Masterclasses. Die waren in der 1. Etage untergebracht. Wer nicht direkt wusste, wo was war, dem half eine freundliche DRX-Mitarbeiterin bei der Orientierung. Guter Service.

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Das Masterclass-Programm

Oben angekommen orientierte ich mich erst einmal. Neben der Hör- bzw. Kinosaal-artigen X-Stage gab es noch die D- und R-Stage, die sich eher im Stil von Seminar-Räumen in die DRX-violette Szene setzten. Bei meinem Orientierungslauf hörte ich Kommentare von Expo-Gästen, die sich über die Zutrittskontrollen bei den Masterclasses echauffierten. Hier konnten nämlich nur Besucher mit entsprechenden Tickets hinein. Auch im Nachgang habe ich in Social Media dazu noch aufgeregte Kommentare gelesen. Scheinbar fehlte es dem einen oder anderen Besucher an der notwendigen Information und Transparenz, was man für sein Ticket bekommen bzw. wo man zuhören konnte. Hier könnte veranstalterseitig im nächsten Jahr z.B. die Listung aller Ticketvarianten in einer Übersicht Abhilfe schaffen.

Die Masterclasses an sich habe ich insgesamt positiv erlebt. Von jedem der 11 Vorträge, die ich an diesem Tag besuchte, konnte ich Anregungen fürs Recruiting mitnehmen. Natürlich gab es hier und da auch einen Werbeblock, aber das hielt sich in Grenzen.

Mein persönliches Masterclass-Programm

1.Cava YounosiDie verschwendeten Potenziale: Warum Recruiter:innen die wahrenGamechanger sind!
2.Fritz LanbinMitarbeiter Onboarding: Der schnelle und effziente Weg zur Einarbeitung
3.Davorin BarudzijaKI-Recruiting mit LinkedIn – diese Session wird dir die Socken ausziehen
4.Linda PapsteinHow to recruit online (fast) – Dein 3-Schritte-Plan für höhere Antwortraten & Zeitersparnis im Active Sourcing
5.Jan TruchMacht Recruiting 2024 noch Sinn?
6.Björn BoldtAny collar recruiting – Schon heute das Recruiting von Morgen
7.Marcel KnopfHochwertige Karriere-Seiten und Funnel erstellen – darauf kommt es wirklich an!
8.Annika von MutiusKI im Recruiting – eine neue Ära?
9.Christoph SchreiberKI im Arbeitsalltag – Best Practices & aktuelle Tools
10.Lukas BrandstetterIn 5 Schritten zur unschlagbaren Candidate Experience
11.Robby SchadtDie 1,- Euro Strategie* – Wie du mit nur 1,- Euro täglich auf Social Media einen Bewerberstrom erzeugst!

Es hätte noch eine Reihe weiterer, für mich interessanter Masterclasses gegeben. Teilweise waren aber die Startzeiten nicht kompatibel, teilweise gerade die kleineren D- und R-Stages schnell überfüllt.

Vom unterhaltsamen Story-Telling mit Cawa Younosi bis zu einem Crashkurs in Sachen Meta-Ads mit Robby Schadt gab es für Recruiter & Co. viel zu lernen. Im Vordergrund standen entsprechend dem Veranstaltungsschwerpunkt digitale Recruiting-Themen. Da waren z.B. KI-Tools und Einordnungen zum Stand von KI im Recruiting (toller Vortrag von Annika von Mutius), Einsatz sozialer Medien wie LinkedIn und die bereits genannten Job-Ads.

Mehr ins praktische Recruiting führten die Einblicke von Lukas Brandstetter, der die Candidate Experience in den Blick nahm und eine Reihe von Denkanstößen gab, die direkt in das eigene Recruiting einfließen können. Sehr gut gefallen hat mir auch die sehr praxisnah angelegte Vorstellung von Davorin Barudzija zum KI Recruiting via LinkedIn inklusive der Übungen (z.B. das Selfie-Shooting mit Platz-Nachbar*in).

Aus mehreren Vorträgen habe ich mir eine lange Liste von KI-Anwendungen zusammengestellt, die einem das Leben als Recruiter einfacher machen könnten. Aber klar wurde einem auch nochmals, dass wir noch ganz am Anfang einer Entwicklung stehen und nicht direkt die großen Wunder erwarten können. Wichtig ist es aber neugierig zu bleiben, Entwicklungen zu verfolgen, für den eigenen Einsatz zu prüfen oder einfach mal auszuprobieren. So wie ich die Liste der KI-Anwendungen, die ich mir erstellt habe.

Ein schneller Expo-Rundgang

Auch wenn mein Zeitplan für die 11 Vorträge wenig Spielraum ließ, schaute ich mir natürlich auch noch die Expo an – einmal zwischendurch und einmal zum Abschluss. Die Expo ist natürlich nicht zu vergleichen mit den großen Expo-betonten HR-Publikumsmessen. Aber immerhin gab es die Möglichkeit, mit einzelnen der Vortragenden weiter ins Gespräch zu gehen, die ein oder andere Frage noch zu diskutieren und vorgestellte Tools genauer in Augenschein zu nehmen. Gerade zu meinem “späten” Rundgang war nicht mehr viel Publikum auf der Expo unterwegs, so dass sich hierfür Möglichkeiten ergaben.

Gegen Abend war dann die Luft raus und viele Besucher wie auch ich verließen die DRX. Andere warteten noch auf die Verleihung der DRX Awards.

Mein persönliches Fazit

Die DRX stellt insbesondere durch den Conference-Part ein wertiges Format im Recruiting-Event-Jahr. ie Preise für 2 Tage mit informativen und aktuellen Vorträgen sind solide, wenn auch kein Schnäppchen. Für 2024 gab es verschiedene Rabattaktionen wie z.B. ein 2-für-1-Ticket. Wer auf diese Weise mit Kolleg*innen zusammen aktiv wurde, hatte neben dem Kostenvorteil auch den Vorteil, Infos & Learnings aus zeitgleich stattfindenden Masterclasses mitzunehmen und so dann voll auf seine/ ihre Kosten zu kommen. Es lohnt sich also für das nächste Mal die Augen nach solchen Angeboten aufzuhalten → LinkedIn.

Die DRX ist auf ihre Art anders und damit eine Bereicherung im HR- und Recruiting-Eventkalender. Durch den digitalen Schwerpunkt sticht sie heraus – zumal die Bedeutung des KI-Themas in den kommenden Jahren sicher noch weiter zunehmen wird. Und auch wenn die Speaker*innen teils ungewohnte Perspektiven einnehmen, erweitern sie damit den Blick aufs Recruiting – und so ist die DRX auch dadurch eine gute Ergänzung zu etablierten Formaten.

Karl-Heinrich Bruckschen
... unterstützt mit upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg Arbeitgeber bei der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung von IT und Recruiting. Daher ist er auch verantwortlich für das Fachportal Rekrutierungserfolg.de.