
Der Arbeitsmarkt für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger bleibt angespannt. Das belegt eine aktualisierte Analyse von über 4,6 Mio. Stellenanzeigen auf Stepstone.de. Über das Gesamtjahr hinweg lag die Zahl der ausgeschriebenen Einstiegsstellen 42 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Besonders schwach fiel das dritte Quartal aus (-49 Prozent), bevor sich das Angebot zum Jahresende leicht erholte (-38 Prozent). Der Einstieg ins Berufsleben bleibt für viele junge Menschen eine Herausforderung, eine nachhaltige Trendwende bleibt abzuwarten. Die Daten bestätigen zugleich ein bekanntes saisonales Muster: Unternehmen schreiben Einstiegsstellen typischerweise verstärkt in den ersten beiden Quartalen aus.
Unterschiede zwischen Berufsgruppen
Während soziale Berufe deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegen, braucht der Einstieg in viele wirtschaftsnahe Bereiche Geduld. Ein hohes Angebot besteht in der Sozialen Arbeit mit einem Anstieg von +69 Prozent an ausgeschriebenen Stellen gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt. Auch der Gesundheitsbereich zeigt mit +6 Prozent ein stabil bleibendes Angebot an Einstiegspositionen. Angespannter ist die Lage in klassischen Büro- und Unternehmensfunktionen. Im Marketing liegt das Angebot für den Berufseinstieg 33 Prozent unter dem Fünfjahresschnitt, im Personalwesen sogar 36 Prozent darunter. Auch Berufe in der Produktion verzeichnen ein Minus von 36 Prozent.
„Der Berufseinstieg bleibt für viele junge Menschen eine Geduldsprobe. Ausschlaggebend ist vor allem die aktuell angespannte wirtschaftliche Lage, in der Unternehmen branchenübergreifend vorsichtiger einstellen. Hinzu kommen strukturelle Veränderungen, etwa durch den verstärkten Einsatz digitaler Technologien, die insbesondere in Büro- und Wissensjobs Aufgabenprofile verändern. Noch nie gab es so viele hochausgebildete Menschen, die am Eintritt ins Berufsleben verzweifeln. Mit Blick auf den Fachkräftemangel und dem nahenden Eintritt vieler Expert*innen in den Ruhestand sollten Unternehmen heute in die Talente von morgen investieren“, sagt Anna Wittich, Arbeitsmarktexpertin bei The Stepstone Group.


