Checkliste: So werden Bewerber die Karriereseite auf Ihrer Homepage schätzen

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Wir von upo – Bausteine für Rekrutierungserfolg haben vor dem Hintergrund der Diskussion um den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen vor kurzem eine Studie zu Karrierewebseiten von Krankenhäusern durchgeführt (veröffentlicht in der Fachzeitschrift KU Krankenhausmanagement Ausgabe 8/2012, S. 39-42).  Fazit dieser Studie und einer nicht veröffentlichten Vorstudie zu Karrierewebseiten von Unternehmen in der Region Köln/Bonn/Aachen: es gibt zu wenig wirklich gute und für Bewerber attraktive Karrierewebseiten.

Eine große Zahl an Unternehmen unabhängig von Größe und Branche haben hier Nachholbedarf und verkennen scheinbar die Bedeutung von Karrierewebseiten als die zentrale Landingpage für Stellensuchende. Für die Gesundheitsbranche zeigen diese Bedeutung z.B. Kneißel (2011) und Buxel (2011, https://www.fh-muenster.de/fb8/downloads/buxel/2011_Studie_Zufriedenheit_Pflegepersonal.pdf).

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Bei den Bewertungskriterien haben wir uns auf die Kriterien zur Dialoggestaltung, die sich an der EN ISO Norm 9241 orientieren, gestützt (Erreichbarkeit, Informationsbereitstellung, Usability und Interaktivität). Zur Operationalisierung der Kriterien haben wir die Perspektiven unterschiedlicher Bewerberzielgruppen über die Analyse anderer Studienergebnisse  (z.B. Jäger/Meser: Human Resources im Internet 2010 https://www.saatkorn.com/2010/12/08/human-resources-im-internet-2010-interview-zum-karriere-website-ranking/) und Bewerberinterviews einfließen lassen.

Auf Basis der Ergebnisse unserer Studien haben wir hier einige wichtige Tipps zur Gestaltung von bewerber-attraktiven Karrierewebseiten zusammengestellt.

Erreichbarkeit: Karrierewebseiten sollten

  1. über unterschiedliche Browser und bei Verwendung unterschiedlicher Schreibweisen des Unternehmensnamens idealer Weise in Kombination mit Suchbegriffen wie Jobs, Karriere, Stellen o.ä. auffindbar sein
  2. gut im firmeneigenen Internetauftritt zu finden sein (direkte Verlinkung auf eine der ersten Seiten der Unternehmenshomepage) und möglichst direkt angeklickt werden können
Usability: Pluspunkte bei Bewerbern sammeln die Karrierewebseiten, die
  1. eine einfache und klar verständliche Navigation haben
  2. zur Ansprache einzelner Zielgruppen gegliedert sein (z. B. Absolventen, Berufserfahrene, Azubis, etc.)
  3. sich ins Corporate Design der restlichen Firmenwebseite einfügen
  4. optisch ansprechend sind (Schriftgröße, Zeilenabstand, Kontrast Schrift-Hintergrund, Einbindung guter Bilder und Grafiken zur Auflockerung/Verdeutlichung, Einsatz von Links, Textmenge und -struktur, Verwenden von Hervorhebungen,  Aufzählungen, Zwischenüberschriften )
  5. keine erklärungsbedürftigen, sondern allgemein bekannte Symbole/Icons verwenden und Nebeninformationen an erwartbaren Stellen positionieren (z.B. Anfahrtsplan oder Impressum)
  6. eine Such-Funktion enthalten
  7. die Kontaktdaten der Ansprechpartner gut sichtbar anzeigen
Inhalt und Informationsgehalt: Die Inhalte sollten kurz, prägnant und interessant formuliert sein und Informationen geben zu/m
  1. offenen Positionen und Anforderungen an die Bewerber
  2. Unternehmen (Text und Bilder aus dem Unternehmensalltag)
  3. Aufgaben, Karrierewegen und Entwicklungsmöglichkeiten
  4. Benefits, attraktive Arbeitsbedingungen
  5. Ggf. Gütesiegeln von Arbeitgeberwettbewerben
  6. Bewerbungsunterlagen und Auswahlprozess (z. B. Was erwartet den Bewerber im Vorstellungsgespräch?, Wird ein AC oder Test durchgeführt?)
  7. Die Informationen sollten authentisch wirken (Schreibstil, Satzbau, Wortwahl angepasst an Bewerberzielgruppe, bei Bildauswahl  „echte“ Bilder bevorzugen, Mitarbeiter durch Testimonials oder Interviews zu Wort kommen lassen, etc.)
Interaktivität: Mehr Interesse wecken Karrierewebseiten, wenn sie Aktionsmöglichkeiten bieten und zum Handeln anregen, d.h.
  1. Such-, Selektions- und Filtermöglichkeiten im Stellenmarkt anbieten
  2. Webcasts, Chats, Podcasts zum Anklicken beeinhalten
  3. Online-Assessment-Center/Tests integrieren
  4. Weiterleitungs-/Empfehlungsbuttons haben
  5. Verlinkungsmöglichkeiten ins Social Web bieten
  6. Online-Fragebögen oder Bewerberformulare anbieten, die
    • Erläuterungen zur Nutzung haben
    • Hilfefunktion bereitstellen
    • Erklärungen zu den Bewerbungsschritten geben
    • Hinweise zu Dos and Don’ts geben, um unbeabsichtigte Fehleingaben oder Abstürze zu vermeiden (z.B. Größenangaben zu Uploads etc.)

Im Detail lassen sich sicher noch weitere Tipps und Hinweise geben. Gerne ergänzen wir die Liste, wenn wir einen wesentlichen Punkt vergessen haben sollten.

* Auch wenn wir zu Gunsten der Lesbarkeit auf die gleichzeitige Nutzung aller Genderformen verzichten, meinen wir immer alle Geschlechter.

Ruth Böck
... ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als "Recruiting-Qualitäterin" unterstützt sie Arbeitgeber in der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Außerdem ist sie die Initiatorin von Rekrutierungserfolg.de - dem Portal für das Recruiting.