Sehen und gesehen werden – bessere Arbeitgeber-Sichtbarkeit in Google

erstellt am: 03.11.2020 | von: und

Arbeitgeber-Sichtbarkeit in GoogleWer kennt die Redensart „Sehen und gesehen werden“ nicht. Sie gilt für die Arbeitgeber-Sichtbarkeit ebenso wie für viele andere Lebens- und Arbeitsbereiche. Wer im Recruiting erfolgreich sein möchte, muss GESEHEN werden. Und das insbesondere online und in Suchmaschinen. Denn 58% der Schulabgänger nutzen Google zur Information über Ausbildungsplätze und Angebot für duales Studium (→ Schülerbefragung). Auch allgemein nimmt Google bei der Jobsuche einen hohen Stellenwert ein. Je nach Fragestellung geben zwischen 16 und 40% der jeweilig Befragten an, über Google Jobs zu suchen. Im Rahmen der detaillierten Recherche zu Arbeitgebern und Stellen sind es dann schon fast 80% (→ Umfragen von Softgarden & Randstad).

Wer also via Google als Arbeitgeber nicht sichtbar ist, muss deutlich mehr darum kämpfen, Bewerbungs-Interessenten zu gewinnen. Und jetzt kommt das SEHEN ins Spiel. Viele Recruiter/HR’ler wissen zu wenig darüber, was man tun kann, um in Suchmaschinen und insbesondere in Google mehr Reichweite und Sichtbarkeit zu erlangen. Einschlägige Hintergrundinformationen, Studien und Analysen liefern wertvolle Handlungsimpulse. Insbesondere eine dieser Studien wollen wir heute aufgreifen.

Stellschrauben für eine gute Arbeitgeber-Sichtbarkeit in Google-Suchergebnissen

Will man als Arbeitgeber in Suchmaschinen wie Google gefunden werden, kann man das dem Zufall überlassen oder aktiv etwas dafür tun. Das sind drei gute Ansatzpunkte:

  • Adwords schalten und damit gezielt bezahlte Job-Werbeanzeigen platzieren – mehr Infos dazu z.B. hier.
  • Eigene SEO-Optimierung betreiben, um als Arbeitgeber mit eigenen Anzeigen in den organischen Suchergebnissen weit oben gelistet zu werden, wenn jemand z.B. seine Jobsuche und Branche/Ort oder Firma angibt
  • Stellenanzeigen in Jobbörsen schalten, die von Google in den organischen Suchergebnissen hoch gerankt oder die bei Google for Jobs bevorzugt angezeigt werden

Schauen wir heute mal genauer auf die letzte Option – auch weil die meisten Recruiter/HR’er sich überwiegend auch um die Schaltung von Stellenanzeigen in Jobportalen kümmern.

Das Top 5 Ranking der in organischen Suchergebnissen sichtbarsten Jobbörsen in Deutschland

Es gibt große Unterschiede zwischen Jobbörsen, was ihre Platzierung in den Suchergebnissen bei Google und damit auch die Chance von Arbeitgebern angeht, auf diesem Weg mit ihren Stellenanzeigen in der Suchmaschine möglichst weit oben gefunden zu werden.

Organische Suchergebnisse

Wie hoch Jobbörsen in den organischen Google-Suchergebnissen gerankt sind, hängt wesentlich von ihren eigenen SEO-Optimierungen ab.  Organische Sucherergebnisse sind die, die unterhalb von Google for Jobs und den Google Adwords gelistet werden. Und hier unterscheiden sich die Jobportale erheblich, was eine Auswertung von Rankingdocs  – Experten auf dem Gebiet der SEO-Optimierung – zeigt. Ihr Sichtbarkeits-Check von Jobbörsen hat die organische Sichtbarkeit von Jobbörsen bei Google genauer untersucht. Hier Details und Aussagen aus ihrer Analyse:

Es gibt mehr als 1.000 Jobbörsen in Deutschland. Viele kennen aber nur eine Handvoll. Zu den bekanntesten Jobportalen gehören unter anderem Indeed und Stepstone. Das führen die Experten von Rankingdocs darauf zurück, dass diese Jobbörsen für häufig genutzte Suchbegriffe („Jobbörse“, „Stellenangebote“, „Jobs“) in Google top gelistet werden. Jobsuchende treffen dadurch bereits bei der ersten Google-Recherche auf diese Stellenbörsen.

Sichtbarkeit Jobbörsen

Quelle: Ranking Docs (https://rankingdocs.de/)

Diese Jobörsen sind offensichtlich besonders gut in Sachen Suchmaschinen-Optimierung. Platz 1 und Platz 2 sind mit Indeed und Stepstone nochmals deutlich sichtbarer als ihre Mitbewerber. Die Gründe dafür und was insbesondere Indeed besonders auszeichnet, wurde genauer analysiert.

Was macht Indeed besser als andere Jobbörsen?

Unter den Stellenbörsen nimmt Indeed die Spitzenposition bei der Suchmaschinen-Sichtbarkeit ein. Die Domain hat mehr als zwei Millionen Suchbegriffe (Keywords) im Rennen, eine Domain Authority von 89 und ein sehr starkes Backlinkprofil. Dadurch besetzt Indeed die lukrativsten Keywords im Bereich Jobs und bekommt darüber jede Menge Traffic.

Eine große Besonderheit bei Indeed ist die Hohe Anzahl von Brand-Searches. Den meistens Traffic erzeugt Indeed über sein wertvollstes Keyword, nämlich “Indeed”. Allein das hat ein Suchvolumen von mehr als 1,2 Millionen. Und damit wird häufiger nach „Indeed“ gesucht als nach generischen Keywords wie “Jobs” oder “Stellenangebote”. Es wurde offenbar ein ausgeprägtes Brandbuilding betrieben, um ein so großes Suchvolumen zu erzielen. In der Folge ist das Jobportal weniger abhängig von generischen Keywords. “Indeed” erzeugt eben schon rund eine Million Besucher pro Monat für die Website.

Eine weitere Besonderheit ist die schlanke und sehr aufgeräumte Benutzeroberfläche der Indeed-Startseite. Es gibt kaum Text auf der Startseite, zentral ist das Suchfeld, was deutlich an die Google-Startseite erinnert. Jobportale sind im Endeffekt eben auch Suchmaschinen, wenn auch vertikale Suchmaschinen, über die Nutzer passende Stellenanzeigen finden können.

Noch Luft nach oben – auch bei Indeed

Die Sichtbarkeit der Stellenbörsen Indeed und Stepstone ist extrem groß, das aber auch nicht zuletzt aufgrund des hohen Brand Suchvolumens. Andere Jobbörsen wie das noch junge Portal Karrieresprung.de liegen zwar mit vergleichsweise niedrigen Werten zur Domain Autorität und zum Brand Suchvolumen zurück. HIer wird mit einem gut gemachten, informativen Content gepunktet, der von Google mit einem gut erkennbaren Zuwachs an organischer Sichtbarkeit honoriert wird.

Sichtbarkeit karrieresprung.de

Sichtbarkeit von karrieresprung.de – Quelle: Recruiting Docs

Auch der Platzhirsch Indeed verlor in den letzten zwei Jahren an Sichtbarkeit. Gegenüber dem SI (Sichtbarkeitsindex) von über 140 ist der aktuelle Wert um einiges niedriger bei rund 80. Demnach müssen auch Platzhirsche laufend an ihrer Sichtbarkeit arbeiten. Sie müssen grandiosen Content produzieren und alle Keywords der Customer Journey sehr gut verarbeiten. Um mehr Top of the Funnel Traffic zu erzeugen und für Suchbegriffe wie „Lebenslauf schreiben“, „Bewerbungsgespräch Tipps“ oder „Homeoffice“ zu ranken, hat Indeed das Karriereportal eingeführt. Noch hat dieses Karriereportal noch deutlich Potenzial nach oben, um bei Google besser gerankt zu werden. In Sachen  SEO-optimierter Magazin-Content sind Konkurrenten wie Karrieresprung.de besser aufgestellt. Dafür bekommen sie Top-Rankings für Top of the Funnel Keywords.

Sichtbarkeit Indeed

Sichtbarkeit von indeed – Quelle: Recruiting Docs

Arbeitgeber-Sichtbarkeit via Stellenbörsen in Google for Jobs

Auch wenn man als Arbeitgeber Stellenanzeigen in Jobportalen platziert, die einen hohen Sichtbarkeitsindex haben, ist das noch kein Garant für eine hohe Arbeitgeber-Sichtbarkeit. Denn seit Mai 2019 gibt es in Deutschland eine gewichtige Form, in der Suchmaschine mit Stellenanzeigen gefunden zu werden: die blaue Google Stellenbox von „Google for Jobs“. Sie fällt schon optisch Stellensuchenden direkt ins Auge und sorgt für eine hohe Sichtbarkeit der Jobs, die hier angezeigt werden. Zudem schränkt die prominente Platzierung am Seitenanfang kombiniert mit den ebenfalls oben platzierten Adwords den Platz für organische Suchergebnisse erheblich ein.

Wer als Arbeitgeber in diese Box möchte, kann das nicht „buchen“. Arbeitgeber können aber etwas dafür tun, die Chancen auf eine Platzierung zu erhöhen. Denn Google for Jobs ist keine weitere Jobbörse, sondern speist sich aus Auswertungen vorhandener Stellenanzeigen im Web. Dazu gehören die firmenspezifischen Karrierewebseiten/ Jobseiten sowie die Job-/ Karriereportale, in denen Recruiter/ HRler ihre Jobanzeigen veröffentlichen. Allerdings haben einige Jobportale deutlich bessere Chancen mit Jobs ihrer Auftraggeber hier angezeigt zu werden als andere. Das liegt daran, dass Google bevorzugt Jobs von Jobportalen präsentiert, mit denen Kooperationen bestehen. Dazu gehören z.B. Xing, LinkedIn oder auch Monster. Jobposts von (noch) nicht kooperierenden Jobbörsen wie Stepstone oder Indeed geraten dadurch an dieser Stelle ins Hintertreffen.

Wer selbst etwas tun möchte, um mit Stellenanzeigen auf der eigenen Karriereseite bei Google for Jobs angezeigt zu werden, muss sich verstärkt um eine Optimierung seiner Seiten/ Jobanzeigen kümmern. Dazu gehören die Optimierung der  inzwischen schon als Evergreen zu verzeichnenden Schwachstellen vieler firmeneigener Karriereseiten. Dazu zählen schlechte Auffindbarkeit auf der Corporate Site eines Arbeitgebers, fehlende Mobiloptimierung, wenig übersichtliche und mit viel zu vielen Pflichtfeldern bestückte Bewerbungsformulare, Login-Zwang usw.  (siehe u.a. die aktuelle Online-Recruiting 2020-Studie von Wollmilchsau). Google hat aber auch eine Liste von Stellschrauben aufgelegt, die man in Hinblick auf Suchmaschinen-Optimierung unbedingt beachten sollte.

SIEHE: um GESEHEN zu werden …

Um deutlich bessere Chancen zu haben, von aktiv wie passiv suchenden Kandidaten als Arbeitgeber mit Stellenangeboten in Google wahrgenommen zu werden, sollte man

  • Stellenanzeigen in Jobbörsen platzieren, die in den organischen Suchergebnissen hoch gerankt werden,
  • zusätzlich Jobbörsen wählen, die von Google in Google for Jobs bevorzugt angezeigt werden.
  • die eigene Karriereseite/ Stellenanzeigen suchmaschinenfreundlich optimieren. Damit erhöht man die Chance entweder selbst in der organischen Suche gelistet oder aber in Google vor Jobs gefunden zu werden.
  • zusätzlich Google Adwords schalten und damit in den bezahlten Suchergebnissen einen Platz finden.
Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Rankingdocs  – Agentur für SEO- und Content Marketing. Rankingdocs hat die Suchmaschinen-Sichtbarkeit von Jobbörsen analysiert.

 

 

Schauen Sie auch in unseren neuen Blogreader zum Azubi-Marketing:

Blogreader Azubi Marketing

 

Karl-Heinrich Bruckschen
... unterstützt mit upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg Arbeitgeber bei der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Sein besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung von IT und Recruiting.
Ruth Böck
... ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als "Recruiting-Qualitäterin" unterstützt sie Arbeitgeber in der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Außerdem ist sie die Initiatorin von Rekrutierungserfolg.de - dem Portal für das Recruiting.
  • Auf Twitter folgen
  • Xing-Profil besuchen
  • Auf Facebook besuchen