Recruiting Optimierung – 10 Beispiele für kleine Schritte statt großem Rad

erstellt am: 17.05.2018 | von:

Recruiting Optimierung ist ein wichtiges Thema auf der Agenda 2018 vieler Arbeitgeber. Manch ein Unternehmen tut sich aber schwer mit seinen Optimierungsvorhaben. Für die einen steht Optimierung für „das große Rad drehen“. Wir können doch nicht alles auf den Kopf stellen, wo bleibt dann noch Zeit und Raum für unser eigentliches Tun – das Recruiting? Die Aussage hören wir oft und beobachten gleichzeitig, wie immer auf den richtigen Zeitpunkt gewartet wird, das große Ding zu drehen. Und dann passiert gar nichts. Andere wiederum verzetteln sich aufgrund des Spektrums der Optimierungspotenziale. Sie machen hier mal was, fangen da mal was an und nichts wird zu Ende gebracht; ein abgestimmtes planvolles Vorgehen fehlt. Warum nicht lieber eine Strategie der kleinen Schritte wählen? Wie, das machen andere Unternehmen durchaus vor.

Fokussieren und Strategie der kleinen Schritte zielführender

Angesichts der Veränderungsdynamik in der Recruiting-Branche ist das auch viel sinnvoller. Es ist illusorisch mit einem „Bähm“ zu einem optimierten Recruiting zu gelangen, das dann wieder einige Jahre Bestand hat. Dazu hakt und öst es meist an zu vielen Stellen.

Vielmehr muss man umdenken und Step by Step kontinuierlich etwas verändern und dabei die Entwicklungen am Markt immer mit im Auge behalten. Und selbst dann stößt man noch auf genug Umsetzungsblockaden und Gründe, warum Vorsätze für professionelles Recruiting gerne mal scheitert.

Optimierungspotenziale – ihr magisches Dreieck

Optimierungspotenziale liegen bei den meisten Unternehmen im „magischen Dreieck“ von

  • Recruiting Organisation und Prozessen
  • Instrumenten und Tools für das Recruiting
  • Kompetenz und Ressourcen der Recruiting Akteure

In den letzten 12 Monaten haben wir wieder hinter die Kulissen mehrerer Unternehmen schauen dürfen und durch Recruiting Checks  Optimierungspotenziale erkundet und/oder abgegrenzte Optimierungsthemen mit umgesetzt. Durch den fokussierten Ansatz wurden die angepackten Themen aus dem großen Ganzen herausgelöst und dadurch überschaubar. So konnten Teilerfolge erarbeitet werden – es hat sich also was bewegt.

Praxisbeispiele der Strategie kleiner Schritte

Hier 10 Beispiel-Snippets zur Umsetzung der Strategie kleiner Schritte. Mit einem Klick auf die jeweilig Überschrift lesen Sie mehr:


Organisation und Prozesse

Sprach- und IT-Kompetenzen klar abgrenzen

„Für die Stelle werden gute Englisch- und IT-Kenntnisse benötigt“ – Anforderungen, die  in vielen Stellenanzeigen zum Standard gehören. Sie werden meist so von Fachbereichen, den Personalern oder Personaldienstleistern im Rahmen der Auftragsklärung mit auf den Weg gegeben werden und leider viel zu selten hinterfragt. Konkretisierung tut Not.

Recruiting Manager wünschen Recruiting Services – Beispiel Arbeitgeberangebote

Recruiting Optimierung erfordert immer ein Hand-in-Hand-Spiel aller Beteiligten. Manch kleiner Service von HR für die Recruiting Manager trägt dazu bei. Ein häufig genannter Wunsch von Recruiting Managern: eine Übersicht der Arbeitgeberangebote bzw. der Alleinstellungsmerkmale des Arbeitgebers.

Wie man mit „Vernissagen“ persönliche Kennenlernsituationen aufwerten kann

Was für Karriereseiten und andere Personal­marketing­maßnahmen zählt, gilt auch für die Aufwertung persönlicher Kennen­lern­situationen. Ein Bild bzw. etwas konkret Anfassbares sagt mehr als tausend Worte. Ein paar Beispiele, wie Arbeitgeber das nutzen.

Lessons learned: Wie Änderungen im Personalauswahlprozess gelingen

Es reicht eben nicht, Prozesse einfach zu ändern und Führungskräfte damit zu konfrontieren. Man muss sie auch dabei mitnehmen, sonst läuft man Gefahr, dass gut gemeinte Veränderungen nicht die erhoffte Wirkung haben und sich Widerstand auftut.


Instrumente und Tools

Arbeitsproben gestalten will geübt sein

Arbeitsprobe als Teil des Auswahl-Verfahrens – ein Thema in so manchem Unternehmen. Im Rahmen eines Workshop-Seminars haben sich Führungskräfte u.a. diesem Thema gewidmet. Und eine für ihren jeweiligen Bereich erarbeitete Skizze einer Arbeitsprobe mitgenommen.

Stellenanzeigen-Case: Kleine Änderungen, große Wirkung

Wenn man weiß, an welchen Stellen es bei den eigenen Anzeigen klemmt und weshalb die gewünschte Resonanz wahrscheinlich ausbleibt, hat man gute Karten mit überschaubarem Aufwand erhebliche Verbesserungen zu erzielen.

Korrespondenzvorlagen reloaded

Das Recruiting besser machen – auch eine Frage der Bewerber­kommunikation. Mit Emails und Briefen in Behördendeutsch oder voller nichtssagender Floskeln oder Kopien von im Internet zu findenden „prämierten“ Briefvorlagen lockt man niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Es geht auch anders.


Kompetenz und Ressourcen

Candidate Experience – Wie Schwung in die Sensibilisierung von Führungskräften kommt

Candidate Experience ist für die meisten HR´ler schon lange kein Fremdwort mehr, wohl aber oft noch für Recruiting Manager aus den Fachbereichen. Sensibilisierung, z.B. mit Umfrageergebnissen tut Not. Und fördert die Bereitschaft für Veränderungen im Recruiting.

Interviewer-Training je nach Teilnehmer methodisch anders

One size fits all – bei Trainings oft ein Modell, das praktiziert wird, meist um Kosten zu sparen. Besser sind unterschiedliche Methodiken je nach Erfahrungsbackground der Teilnehmer. Sie nehmen nicht nur mehr mit, sie sind auch mit den Trainings zufriedener, weil sie sich besser abgeholt fühlen.

Führungskräfte für strukturierte Interviews gewinnen – auf das WIE kommt es an

Statt Interviewfragen von Kollegen zu übernehmen oder aus dem Netz abzukupfern oder irgendwie unstrukturiert Vorstellungsgespräche zu führen, kann man Führungskräfte durchaus für strukturierte Interviews und Interviewleitfäden gewinnen: mit Begeistern durch Sensibilisieren, Ausprobieren, Mitmachen.


Bewährtes Vorgehen

Egal, in welchem Bereich der Recruiting-Optimierung die Unternehmen angesetzt haben: Um den Weg kleiner Schritte zu gehen und schrittweise Optimierungserfolge zu realisieren, hat sich folgendes Vorgehen bewährt:

  • Zunächst Überblick über den Status quo des eigenen Recruitings verschaffen
  • Die wesentlichen Baustellen mit Hilfe der Status-quo-Analyse identifizieren und priorisieren
  • Mögliche Maßnahmen sammeln und im Hinblick auf Nutzen und Machbarkeit bewerten
  • Eine Projektplanung zur Umsetzung der Maßnahmen vornehmen, Step by Step umsetzen und die Umsetzung controllen

Klingt logisch? Ja, ist es eigentlich auch. Aber trotzdem wird es oft nicht so gemacht. Und damit wären wir dann wieder am Anfang dieses Beitrags.

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Ruth Böck
... ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als "Recruiting-Qualitäterin" unterstützt sie Arbeitgeber in der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Außerdem ist sie die Initiatorin von Rekrutierungserfolg.de - dem Portal für das Recruiting.

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