Arbeitgeberattraktivität: Wenn Kollegen und Firma für eine gute Sache gemeinsam an den Start gehen

Arbeitgeberattraktivität - Hospizlauf
Ausschnitt aus Flyer 13. Hospizlauf https://www.hospizlauf.de/wp-content/uploads/2015/10/Flyer_2016.pdf

Unzählige Studien belegen: Hohe Arbeitgeberattraktivität wird insbesondere mit guter Arbeitsatmosphäre verbunden. Für viele Bewerber und Mitarbeiter ist aber nicht nur das eigene Wohlfühlgefühl bei der Arbeit entscheidend, das neben dem Arbeitsklima auch durch andere harte und weiche Faktoren der Zusammenarbeit bestimmt wird. Für sie ist es zusätzlich wichtig, das ihr (künftiger) Arbeitgeber auch soziale Verantwortung übernimmt.

Große Unternehmen sind da in der Regel recht aktiv. Kleine und mittelständische Unternehmen tun sich (oft aus Kostengründen) eher schwer. Aber auch für sie bieten sich gute Möglichkeiten, ohne allzu großen Aufwand, dafür aber mit hohem Wirkungsgrad nicht nur soziales Engagement zu zeigen, sondern auch noch was für´s Arbeitsklima zu tun. Eine solche Möglichkeit sind z.B. Charity-Sportevents wie der Anfang Juli stattfindende Hospiz-Lauf zwischen Koblenz und Trier. Wir finden: das sind tolle Gelegenheiten, „zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen“. 

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Arbeitgeberattraktivität – wenn das Verhältnis unter den Kollegen stimmt

Die hohe Bedeutung eines guten Arbeitsklimas belegen verschiedene übergreifende wie auf bestimmte Mitarbeiter- bzw. Bewerbergrupppen fokussierte Studien.

Zu einem guten Betriebsklima trägt vor allem ein gutes Verhältnis unter den Kollegen bei, das z.B. an folgenden Merkmalen festgemacht wird:

  • Respektvoller Umgang miteinander, gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung
  • Offene Kommunikationskultur
  • Konstruktiver Umgang mit Fehlern und Konflikten
  • Gegenseitige Hilfsbereitschaft und soziale Unterstützung

Wie gut das Verhältnis untereinander ist, hängt auch von den Teammitgliedern selbst ab. Wie jede Beziehung im Leben will auch die Beziehung zu Kollegen gehegt und gepflegt sein. Auf ein gutes Betriebsklima zahlen z.B. ein:

  • Nutzung von Möglichkeiten zum informellen Austausch (z.B. in Pausen, beim Smalltalk, auf dem Arbeitsweg)
  • Gemeinsame Aktivitäten während (z.B. Mittagessen) und nach der Arbeit (z.B. Teamevents, Sport, ehrenamtliches Engagement)
  • Feiern gemeinsamer Erfolge oder verbindender Anlässe

Nicht selten entwickeln sich dadurch zwischen Kollegen auch Freundschaften, sie werden – wie manch einer sagt – zu „Frollegen„.

Mehr Arbeitgeberattraktivität – wenn das Unternehmen sich sozial engagiert

2014 hat die Manpowergroup eine Studie zum Thema Jobzufriedenheit durchgeführt und in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung sozialen Engagements untersucht. Ein zentrales Ergebnis war: 86% der 1.000 Befragten möchten eher bei einem Unternehmen arbeiten, das sich nachweislich gesellschaftlich engagiert. 73% ist es außerdem wichtig, dass Arbeitgeber soziale Projekte oder Vereine durch Spenden unterstützen, 72% sehen es positiv, wenn Arbeitgeber das ehrenamtliche Engagement  eigener Mitarbeiter unterstützten. 22% schließen für sich eine Anstellung bei einem sich nicht sozial engagierenden Unternehmen aus.

Warum das so ist? Nun ein wesentliches Argument liefert die Geschäftsführung von Manpower in einer Presseerklärung: „Menschen suchen Sinnhaftigkeit in dem, was sie tun. Wenn ihre Vorstellungen im Einklang mit den Unternehmenswerten stehen, sind sie bei der Arbeit motivierter und produktiver.“ Und auch in der Wissenschaft gibt es Erklärungsansätze, die in diese Richtung gehen. So ist zu vermuten, dass Bewerber das gesellschaftliche Engagement als Signale für die Werteorientierung des potenziellen Arbeitgebers heranziehen und dies die potenzielle Identifizierung mit diesem Unternehmen erleichtert.

Noch mehr Arbeitgeberattraktivität – wenn Kollegen und Firma für eine gute Sache gemeinsam an den Start gehen

Für Unternehmen bietet es sich daher an, gezielt Möglichkeiten zu suchen, die beide Aspekte verbinden: Förderung von Klima, Gemeinschaft und Identifikation einerseits und Übernahme sozialer Verantwortung andererseits. Eine dieser Möglichkeiten sind Charity-Sportevents, an denen einzelne wie Gruppen von Mitarbeitern unterstützt durch den Arbeitgeber teilnehmen können.

Beispiel Hospizlauf

Fast in jeder Stadt gibt es z.B. Firmenläufe, bei denen ein Teil des Startgeldes wohltätigen Organisationen zugute kommt. Es gibt aber auch ganz besondere Benefizläufe. Einer davon ist der jährliche Hospizlauf entlang der Mosel von Koblenz nach Trier, der 2016 bereits zum 13. Mal stattfindet: knapp 200 km in 24 Stunden. Besonders ist er deshalb, weil

  • er nicht örtlich begrenzt ist, sondern eine ganze Region einbindet
  • jeder mitmachen kann – Einzelpersonen wie Gruppen, Läufer wie Radfahrer oder Skater
  • es verschiedene Etappen gibt, die sowohl Kurz- als auch Langstreckenläufern die Teilnahme einfach machen oder auch Staffeln ermöglichen
  • keine Voranmeldung notwendig ist, man also auch kurzfristig über eine Teilnahme entscheiden kann
  • kein Startgeld bezahlt werden muss, sondern jeder Einzelne oder der Verein/die Firma, für die er/sie an den Start geht, sich mit einer Spende beteiligt (was insbesondere für kleinere Unternehmen mit begrenztem Budget eine gute Möglichkeit ist, sich zu engagieren)
  • das gesamte Organisationsteam ehrenamtlich arbeitet und das eingesammelte Geld eins zu eins an eine regionale Einrichtung geht, auf dessen Hilfe jeder in der Region vielleicht einmal angewiesen ist: das Hospizhaus in Trier.

„Wir freuen uns nicht nur über steigende Teilnehmerzahlen und Spenden. Was besonders schön ist: auch die Zahl der Ideen und Unterstützer wächst. Dadurch gibt es entlang der Strecke immer wieder ganz eindrucksvolle Momente, die den Lauf zusätzlich zu etwas Besonderem machen“ so Ralf Haas aus dem Organisationsteam.

Über das Laufevent wird nicht nur durch die lokale und regionale Presse und im Radio berichtet, es sind auch Social Media-Kanäle im Einsatz (Facebook, Twitter). Das Organisationsteam stellt zudem eine Vielzahl an Fotos auf der Internetseite zur Verfügung.

Wie können Arbeitgeber aktivieren und motivieren?

Die Teilnahme an einem solchen Event kommt manchmal aus den Reihen der Mitarbeiter selbst. Aber auch der Arbeitgeber kann aktiv den Anstoß dazu geben und Motivationsanreize setzen. Beispiele dafür sind:

  • Frühzeitige Recherche und Information über den Event – Internetauftritte und Social Media-Kanäle machen das eigentlich ganz einfach
  • Gezielte Ansprache und Gewinnung aktiver Läufer/Betriebssportler als Muliplikatoren und Motivatoren zur Teilnahme
  • Persönliche Einladung der Mitarbeiter zur aktiven oder unterstützenden Teilnahme
  • Angebot finanzieller Unterstützung z.B. für T-Shirts, Laufschuhe
  • Initiieren von Aktivitäten für Nichtläufer-Kollegen, die aber unterstützen möchten (z.B. Fähnchen, Mitfahrgelegenheiten entlang der Strecke, Fotowettbewerb etc.)
  • Anerkennung der Teilnahme vor dem Event z.B. durch Informationen über die Teilnehmer, Trainingsfortschritte etc. am Schwarzen Brett/im Intranet, in Mitarbeiterzeitschriften, in den eigenen Social Media-Auftritten etc.
  • Optisch sichtbare Spendenzusage (großer Scheck, Staffelholz mit Betrag darauf etc.), die sichtbar im Firmeneingang ausgestellt und später an die Organisatoren übergeben wird
  • Anerkennung für Teilnehmer/Unterstützer nach dem Event z.B. durch gemeinsame Feier, Bilder und Informationen zur Teilnahme auf der Internet- bzw. Karrierewebseite, Meldungen und Fotos vom Event in den eigenen Social Media-Auftritten, etc.
  • … der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Summa summarum

Aktivitäten zur Gestaltung von Arbeitgeberattraktivität mag es viele geben. Aber die Organisation der und die Teilnahme an einem Charity-Sportevent ist sicher etwas ganz Besonderes.

Sie ist erschwinglich, macht Spaß und bringt viel: Denn

  • sich gemeinsam ein Ziel setzen und für eine gute Sache engagieren,
  • zusammen darauf hin trainieren,
  • für das Team und den Arbeitgeber an den Start gehen,
  • von Kollegen angefeuert werden,
  • sich auf der Strecke gegenseitig ziehen und zum Durchhalten motivieren,
  • das Ziel zusammen erreichen und den gemeinsamen Erfolg anschließend feiern,

das fördert das Betriebsklima und den Stolz, Teil des Ganzen zu sein. Aber das Mitmachen wirkt nicht nur nach innen.

Bilder, Berichte und Statements vom Event, den Teilnehmern selbst oder der Spendenübergabe bieten auch potenziellen Bewerbern wertvolle und authentische Einblicke hinter die Kulissen eines Unternehmens. Vorausgesetzt man verpasst es nicht, sie in die Web-/Karrierewebseite des Unternehmens und in vorhandene Social Media-Kanäle einzubinden und Mitarbeiter zu ermuntern, dies ebenfalls zu tun. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen und Arbeitgeber abseits der Metropolen können damit zeigen, dass auch sie attraktive Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte sind.

Na, wer macht 2016 noch mit oder ist nächstes Jahr dabei? Bei Fragen wenden Sie sich einfach per Email an das Organisationsteam.

Unsere Checklisten-Empfehlung für Sie

* Auch wenn wir zu Gunsten der Lesbarkeit auf die gleichzeitige Nutzung aller Genderformen verzichten, meinen wir immer alle Geschlechter.

Ruth Böck
... ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als "Recruiting-Qualitäterin" unterstützt sie Arbeitgeber in der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Außerdem ist sie die Initiatorin von Rekrutierungserfolg.de - dem Portal für das Recruiting.