Arbeiten im Ausland: Jeder zweite Arbeitnehmer will remote bzw. flexibel arbeiten

Arbeitsmodelle bei Arbeit im Ausland – auslandsjob.de-Studie zu Global MobilityAusschnitt Quelle INITIATIVE auslandszeit GmbH

Die dritte große Auslandsjob.de-Studie zu Global Mobility belegt: Arbeiten im Ausland erreicht die HR-Abteilungen und ist für die meisten Arbeitnehmer längst kein Grund mehr, den Job zu wechseln.

Remote und hybrides Arbeiten immer beliebter

Wer heute von einem Auslandsjob träumt, will diesen immer häufiger remote oder im hybriden Arbeitsmodell realisieren. Das ist das zentrale Ergebnis der bisher umfangreichsten Erhebung der Auslandsmobilitätsstudie 2025/2026 von Auslandsjob.de. Es ist die dritte große Studie zu Global Mobility, die das Jobportal seit 2017 veröffentlicht. An der aktuellen Erhebung nahmen vom 22. Dezember 2025 bis zum 13. Mai 2026 insgesamt 1.588 Personen auf www.auslandsjob.de teil.

Auffällig ist vor allem eins: Immer mehr Menschen, die im Ausland arbeiten möchten, wollen das flexibel und ortsunabhängig tun, entweder „fully remote“ oder im Rahmen eines hybriden Modells. Insgesamt 62,3 % aller Befragten geben das an. Hybrides Arbeiten mit anteiliger Büropräsenz bevorzugen 38,5 %, vollständig im Home Office 16,1 %, und 7,7 % sehen sich als Digital Nomad, der wechselnd von unterwegs arbeitet. Klassische Präsenzarbeit kommt nur noch für 21,9 % der Befragten als alleiniges Modell in Frage.

Gegenüber der Studie 2024/2025 hat sich der Remote-Trend noch einmal verstärkt, weg von der klassischen Präsenzstelle, hin zu flexiblen Cross-Border-Arrangements. Hybrid- und Remote-Modelle zusammen legten von 50 % auf 62,3 % zu. Ortsunabhängiges Arbeiten im Ausland gewinnt also klar an Gewicht, beim Employer Branding ebenso wie bei der Mitarbeiterzufriedenheit. Insbesondere gilt dies für die jüngere Zielgruppe innerhalb der ArbeitnehmerInnen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, also vor allem die sogenannte GenZ.

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„In unserem Recruiting-Alltag erleben wir diesen verstärkten Trend ebenfalls. Immer mehr Leute sprechen uns auf Remote-Stellen an. Diese sind leider noch rar gesät und somit übersteigt hier häufig die Nachfrage das Angebot. Wenn Arbeitgeber aber neue Arbeitnehmer ansprechen wollen, dann müssen sie sich besser auf deren Bedürfnisse ausrichten. Wer vermehrt remote bzw. hybride Stellen anbietet, ist attraktiver und stellt schneller ein“, erklärt Matthias Maier, Head of Recruiting, Auslandsjob.de.

Soziodemografie: Auslandsinteresse quer durch alle Altersgruppen

Die 1.588 Teilnehmenden bilden eine breit gemischte Gruppe. Auslandsjob-Interesse zieht sich durch alle Altersklassen und Berufsgruppen:

  • 57,4 % weiblich, 40,5 % männlich, 0,4 % divers
  • Kernzielgruppe 18 bis 29 Jahre: 39,6 % der Teilnehmenden
  • 45,5 % aktuell angestellt, 12,2 % Studierende, 7,4 % Selbstständige
  • 78,7 % sind gerade aktiv auf Jobsuche im Ausland
  • 39 % möchten ab sofort oder innerhalb von drei Monaten ins Ausland
  • 32,9 % möchten dauerhaft auswandern, 21,3 % planen, länger als ein Jahr zu bleiben

Neue Formen des Auslandsjobs gefragt: Bring your Boss

Dazu kommt ein zweiter Befund: 85,4 % der Befragten fänden ihren Arbeitgeber attraktiver, wenn sie bei ihm zeitweise im Ausland arbeiten könnten, ohne Kündigung und kompletten Neustart. Den vertrauten Job behalten und trotzdem international mobil sein, das wünschen sich heute mehr als acht von zehn Befragten.

„Immer mehr Menschen fragen uns: Muss ich wirklich kündigen, um im Ausland zu arbeiten? Die Antwort ist oft nein, sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen und Arbeitgeber bereit sind, neue Wege zu gehen. Unsere Studie belegt: Dieser Wunsch ist kein Randphänomen, sondern ein Auftrag an Unternehmen und HR-Verantwortliche“, so Matthias Maier. „Derzeit denken wir über neuartige Wege und Formen von Arbeitsmöglichkeiten im Ausland nach, die sowohl für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer Vorteile im Bereich der internationalen Talentgewinnung und Mitarbeiterretention haben. ‚Bring your Boss‘ lautet hierfür unser interner ‚Arbeitstitel‘.“ Maier hofft, dass die Idee schon bald auch bei der breiten HR-Öffentlichkeit auf großes Interesse trifft.

Wege ins Ausland: vom Employer of Record bis zum neuen Job im Ausland

Die Studiendaten belegen: Viele wollen ihren Job schlicht ins Zielland mitnehmen. Möglich macht das heute unter anderem das Modell des Employer of Record (EoR). Der bestehende Vertrag mit dem deutschen Arbeitgeber bleibt formal bestehen, die Beschäftigung im Zielland läuft über einen lokalen Rechtsträger. „Remote Work ist im Arbeitsalltag angekommen und wird künftige Arbeitsmodelle entscheidend prägen. Auf internationaler Ebene treibt vor allem das EoR-Modell diese Entwicklung voran und wird für viele Arbeitgeber zum starken Argument im Wettbewerb um internationale Talente. Statt die Menschen zu den Jobs zu bringen, etwa über Immigration, bringen EoR-Services die Jobs zu den Menschen“, so Frank Möller, Geschäftsführer INITIATIVE auslandszeit GmbH, Betreiberin der internationalen Jobbörse Auslandsjob.de.

→ zu weiteren Ergebnissen der Global-Mobility-Studie 2025/2026