Arbeit im Home-Office wird in jedem achten Jobangebot ausdrücklich genannt

Homeoffice Angebot in StellenanzeigenAusschnitt ©BAP/Index

„Flexibilität“ ist eines der meistgenutzten Buzzwords in Stellenanzeigen. In Form von digitalem Arbeiten hat es durch die Corona-Pandemie nochmals einen deutlichen Bedeutungsschub bekommen. Anfang 2020 wurde das Home-Office verhältnismäßig schnell umgesetzt, um Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten und die Präsenzzeiten der Beschäftigten zu entzerren. Doch nach über zwei Jahren Pandemie und trotz der Aufhebung der gesetzlichen Home-Office-Regelungen prägt das mobile Arbeiten auch weiterhin den Alltag vieler Fachkräfte.

Aus diesem Grund hat sich der BAP Job-Navigator die Jobangebote, in denen Home-Office als Möglichkeit genannt wird, genauer angeschaut: Wie war hier die Entwicklung der vergangenen Jahre? In welchen Branchen wird Remote-Work besonders häufig angeboten?

Home-Office in jedem achten Jobangebot genannt

Die Fachkräftenachfrage ist grundsätzlich auch im dritten Monat 2022 sehr hoch: Im März waren rund 222.000 Unternehmen auf der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und schrieben insgesamt 1,67 Millionen Jobangebote aus. In rund 13 Prozent dieser Jobangebote wurde Home-Office, mobiles Arbeiten, Remote-Work oder Heimarbeit explizit angeboten.

Deutlicher Anstieg seit 2020

In nur wenigen Unternehmen gehörte Home-Office schon vor der Corona-Pandemie zum Berufsalltag. Im Jahr 2019 wurde durchschnittlich in lediglich 2,5 Prozent aller Stellenanzeigen die Möglichkeit zum Arbeiten im Home-Office genannt. Den ersten deutlichen Anstieg gab es im zweiten Quartal 2020. Home-Office wurde nun verstärkt als Benefit aufgenommen. Im Jahr 2021 verdoppelten sich die Nennungen ein weiteres Mal. Im zweiten Quartal 2021 enthielten bereits 12,3 Prozent aller Jobs mobiles Arbeiten im Anzeigentext. Seitdem ist der Anteil nur noch leicht gestiegen.

Gute Voraussetzungen im Consulting und ITK-Bereich

Besonders profitieren Fachkräfte in den Bereichen Consulting und Beratung, IT oder Marketing von vielen Jobangeboten mit Home-Office-Option, da in diesen Bereichen mobiles Arbeiten sehr gut umsetzbar ist. Im Consulting- und Beratungs-Bereich sowie in der IT wurde im März 2022 in fast jedem zweiten Jobangebot Home-Office genannt. Die Berufsgruppe Marketing, PR und Werbung folgte an dritter Stelle mit der Nennung von mobilem Arbeiten in jedem dritten Jobangebot. Im Rechts- und Steuerwesen enthielten 28 Prozent der Jobangebote eine Home-Office-Option, im Bereich Forschung und Entwicklung sowie im Personalwesen waren es rund 25 Prozent der Jobs.

Offenes Potenzial in Sekretariat, Verwaltung und Office Management

Doch nicht für jede Berufsgruppe ist Home-Office umsetzbar. So liegt der Anteil bei den Berufsgruppen Transport, Verkehr, Logistik und Lager, Technische Berufe, Bauwesen und Handwerk sowie im Gesundheitsbereich und im Hotel- und Gastgewerbe wenig überraschend bei jeweils unter fünf Prozent. Offenes Potenzial gibt es hingegen in den Berufsgruppen Organisation und Projektmanagement (18,9 Prozent), Finanz- und Rechnungswesen (17,4 Prozent) und Sekretariat, Verwaltung und Office Management (11,6 Prozent). Insbesondere in der letztgenannten Berufsgruppe könnte Home-Office zumindest eine Option sein, wird jedoch derzeit gerade einmal durchschnittlich häufig genannt.

Home-Office in den Stadtstaaten besonders ausgeprägt

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in den verschiedenen Bundesländern, abhängig von Branchenschwerpunkten. Gerade in den Stadtstaaten mit einem großen Anteil des Dienstleistungs- und ITK-Bereichs wird mobiles Arbeiten verstärkt angeboten. So wird in Hamburg mit 26,8 Prozent Home-Office am häufigsten in den Jobangeboten genannt, gefolgt von Berlin (22,9 Prozent) Hessen (16,1 Prozent), Nordrhein-Westfalen (15,7 Prozent) und Bremen (14 Prozent).

In Mecklenburg-Vorpommern (7,5 Prozent), in Brandenburg (7,4 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (6,6 Prozent) ist mobiles Arbeiten hingegen deutlich seltener möglich.

Von der Konkurrenz abheben

Insgesamt zeigen die Entwicklungen, dass die Möglichkeit zur Arbeit im Home-Office in Jobangeboten einen deutlich wichtigeren Stellenwert einnimmt als vor wenigen Jahren. Zukünftig wird das Zusammenspiel aus Büroarbeit und Home-Office noch weiter in den Fokus rücken. Unternehmen, die ihren Beschäftigten keine Remote-Work-Lösung trotz der Möglichkeit zur Verfügung stellen, könnten angesichts der Entwicklungen im War-of-Talents von der Konkurrenz abgehängt werden.

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