Analoges vs. digitales Recruiting – Tipps für zielgerichtete Personalgewinnung

Recruiting Kanäle

Talente zu finden, die das eigene Unternehmen bereichern und dessen Fortbestand sichern, ist für Recruiter eine herausfordernde Aufgabe. Die Arbeitswelt entwickelte sich massiv weiter und Bewerber:innen stellen zunehmend hohe Ansprüche an einen Job. Was sind die Trends bei der Aufgabe, Personal zu gewinnen? Analoges und digitales Recruiting bietet verschiedene Kanäle, die unternehmensspezifisch und vielseitig genutzt werden können. Wie so oft ist es ein Mix, mit welchem der große Wurf gelingen kann.

Analoge Recruiting-Kanäle – Vor- und Nachteile

Konventionelle Wege zur Personalgewinnung zu nutzen, ist nach wie vor eine ausgezeichnete Idee. Während viele Personaler zunehmend auf Digital-Recruiting setzen, rücken Arbeitskräfte im analogen Umfeld aus dem Fokus. Diesen Umstand können sich clevere Personalabteilungen zunutze machen und gezielt analoge Recruiting-Kanäle bespielen.

Zu den analogen Recruiting-Kanälen zählen:

  • Stellenanzeigen in Tagespresse
  • eigener Messestand
  • Empfehlungen durch Mitarbeiter:innen
  • persönliches Netzwerken

Großer Vorteil einer Stellenanzeige in der Tagespresse ist die hohe Aktualität. Bewerber:innen schenken einer solchen Anzeige meist mehr Aufmerksamkeit als einer Online-Anzeige, welche mitunter bereits veraltet sein kann. Ein Messestand eignet sich hervorragend, um mit Bewerber:innen ins persönliche Gespräch zu kommen. So kann bereits ein erster Eindruck beim Gegenüber platziert werden. Außerdem lässt sich ausloten, ob die Vorstellungen mit den Karriere-Möglichkeiten im ausstellenden Unternehmen übereinstimmen. Was gibt es für künftiges Personal Besseres, als eine direkte Empfehlung zufriedener Mitarbeiter:innen ausgesprochen zu bekommen? Da es sich bei diesen in der Regel um vertraute Personen handelt, hat eine solche Empfehlung eine hohe Glaubwürdigkeit. Auch für Unternehmen ist die Mundpropaganda attraktiv. Eine Empfehlung wird meist an Personen weitergegeben, die ähnliche Glaubenssätze wie die empfehlenden Mitarbeiter:innen pflegen. Ist der Arbeitgeber mit diesen zufrieden, stehen die Chancen auch für empfohlene Bewerber:innen gut. Das persönliche Netzwerken streut die Information, dass ein Unternehmen auf der Suche nach gutem Personal ist. Somit erhält die Botschaft Reichweite.

Nachteilig kann der Aufwand sein, den es kostet, analog Personal zu finden. Ein Messeauftritt ist nicht so schnell organisiert wie eine Anzeige im Online-Jobportal. Darüber hinaus tummeln sich viele Absolventen und Absolventinnen in Online-Netzwerken und erhalten von einer Anzeige in der Tagespresse nicht immer sofort Kenntnis.

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Digitale Recruiting-Kanäle – Vor- und Nachteile

Ohne digitale Kanäle geht beim Recruiting nur wenig. Im Gegenteil: Die Online-Welt bietet Unternehmen die Gelegenheit, sich nach den eigenen Vorstellungen im besten Licht darzustellen.

Folgende Kanäle können genutzt werden:

  • eigene Website mit Firmenpräsentation
  • Online-Stellenportale
  • Social-Media-Kanäle
  • Online-Karriere-Netzwerke

Die Firmenpräsentation auf der eigenen Website lässt sich hervorragend für das Employer Branding nutzen. Themen wie Nachhaltigkeit, Inklusion, Diversity, aber auch Distance Leadership in Verbindung mit Remote-Arbeitsplätzen lassen sich mit dem eigenen Webauftritt wunderbar aufgreifen und Bewerber:innen in den Fokus rücken. Auch die Social-Media-Kanäle können verstärkt genutzt werden, um eine Arbeitgebermarke aufzubauen, zu Fokusthemen zu posten und ein unmittelbares Feedback zu den Bedürfnissen von Talenten zu erhalten. Arbeitgeber:innen bekommen so ein Gefühl dafür, worauf es künftigen Mitarbeiter:innen ankommt. In Übereinstimmung mit den unternehmerischen Glaubenssätzen lassen sich die neu gewonnenen Erkenntnisse in ein Employer Branding der Zukunft verwandeln. Online-Karriere-Netzwerke bieten eine hohe Trefferquote, wenn es darum geht, Personal zu finden, welches die Vorstellungen des Unternehmens teilt. Ein einfaches Handling und eine breite Streuung der Vakanzen versprechen Online-Stellenportale.

Als nachteilig kann wahrgenommen werden, dass das Recruiting-Team eines Unternehmens für das Bespielen der verschiedenen Online-Kanäle breit aufzustellen ist.

Fazit

Mit einem guten Mix von analogem und digitalem Recruiting sowie einem zielgerichteten Ausspielen der Möglichkeiten sind die Optionen, passendes und talentiertes Personal zu finden, für Unternehmen ausgezeichnet.

Frank Schneider (Gastautor)
Der studierte Diplom-Betriebswirt (FH) Frank Schneider hat sich auf die betriebswirtschaftlichen Funktionsbereiche Marketing, Personal und Controlling sowie Rechnungswesen spezialisiert und ist als selbständiger Betriebswirt (Unternehmensberater) tätig. Daneben schreibt der freischaffende Autor als Experte für bekannte Onlineportale und Fachverlage zum Thema Unternehmensführung und der Existenzgründung.