Geld und Praxisbezug – Content für Karriereseiten für Studenten

erstellt am: 11.10.2017 | von:

Recruiting Studenten und Berufseinsteiger

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In der 7. Erhebung der Studie „Fachkraft 2020“ * hat sich die Studitemps GmbH mit der Studienzufriedenheit in der Bundesrepublik Deutschland auseinandergesetzt. Während die Allgemeinheit der Studenten im Schnitt zufrieden ist, bereiten ihnen vor allem die finanzielle Situation sowie zu wenig Berufs- und Praxisbezüge im Studium Sorgen.

Arbeitgeber, die Studenten als Zielgruppe haben, sollten aufhorchen. Und genau solche Hinweise nutzen, um den Content ihrer speziellen Karriereseiten für Studierende aufzuwerten.

Unter Deutschlands Studenten herrscht Zufriedenheit

Insgesamt überwiegt die Anzahl der Studenten, die mit dem Studium „Eher zufrieden“ oder „Zufrieden“ sind (zusammen 76,9%).  Dem gegenüber stehen aber auch 23,2 Prozent, die eher unzufrieden bzw. unzufrieden sind. Dabei haben gerade einmal 6,6% angegeben, komplett unzufrieden zu sein. Bei einem Blick auf Geschlecht oder den nächsten angestrebten Abschluss der Befragten konnten keinen nennenswerten Unterschiede ausfindig gemacht werden. Master-Studenten sind mit 79,7 Prozent die zufriedensten Studenten. Allerdings liegt die Zufriedenheit unabhängig vom angestrebten Abschluss immer bei über 70 Prozent.

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Finanzsorgen und Unzufriedenheit wegen mangelndem Praxisbezug

Schaut man auf die untersuchten Teilaspekte der Studienzufriedenheit, werden Unterschiede sichtbar. Bei den Aspekten „Leistungsanforderungen” und „Berufsperspektiven” erreichen die Studiengänge jeweils 76,1 und 75,0 % positive Bewertungen. Ganz anders sieht es bei der Finanzsituation aus. Nur 49,2 % gibt an, zufrieden oder eher zufrieden zu sein. Auch die Zufriedenheit beim Berufs- und Praxisbezug deutscher Studiengänge schneidet bei den Studenten eher mittelmäßig ab (59,2 % Zufrieden und Eher zufrieden).

Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, wichtige Erfahrungen zu sammeln und dabei sein Studium zu finanzieren. Beispielsweise durch Praktika, Abschlussarbeiten in Unternehmen oder durch fachnahe sowie flexible Studentenjobs.

Als Arbeitgeber gezielt Bedürfnisse aufgreifen und Content daraus machen

Viele Arbeitgeber haben angesichts enger werdender (Teil-) Arbeitsmärkte ein spezielles Interesse, bereits Studierende für ihr Unternehmen zu begeistern und über die o.g. Einsatzmöglichkeiten auch längerfristig zu binden. In vielen unternehmensinternen Jobbörsen findet man deshalb auch spezielle Angebote für diese Zielgruppen. Was aber oft noch fehlt, sind spezielle Karriere(unter)seiten mit spezifischen Informationen für die Studierenden.

Sehr oft werden auf Karriereseiten allgemeine Informationen über das Unternehmen, Arbeitgeberleistungen, Bewerbungsmöglichkeiten etc. im Sinne von „one size fits all“ gegeben, aber nicht mehr speziell auf Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe eingegangen. Das zeigt z.B. die OReP 15-Studie für ausgewählte Engpassbranchen. Und damit verpassen Arbeitgeber die Chance, beim Lesen der Karriereseite zu zeigen: Wir  beschäftigen uns mit unseren Mitarbeitern/ Bewerbern und ihren Bedürfnissen. Und genau deshalb bieten wir im Vergleich zu anderen Arbeitgeber einen Mehrwert. Bewerben lohnt also besonders.

Die oben genannten Studienergebnisse zeigen: Ansatzpunkte gäbe es, genau das deutlich zu machen – zum Beispiel eben mit Content zu Geld und Praxisbezug bei der Zielgruppe der Studenten.

Geld

  • Sprechen Sie das Thema nicht nur verklausuliert („attraktive Vergütung“), sondern gezielt an: wie sieht Ihre Vergütung in Höhe und Struktur aus.
  • Verändert sich die Vergütung, wenn man nicht nur einmal, sondern öfter als Praktikant/Studierender bei Ihnen arbeitet oder eine längere Zeit?
  • Gibt es z.B. für besonders gut benotete Abschlussarbeiten einen Bonus oder eine andere Anerkennung?
  • Gibt es Zusatzleistungen, die das Budget des Studierenden entlasten, z.B. Jobticket/Fahrkostenzuschuss, preisgünstige Unterkunft, kostenfreie Getränke
  • … etc.

Praxisbezug

  • Beschreiben Sie, in welchen Bereichen die Studierenden zum Einsatz kommen und was sie hier konkret fachlich lernen und an Erfahrungen sammeln können.
  • Bieten Sie fachliche Schulungen an, die die Studierenden auch im späteren Berufsleben weiterbringen.
  • Wenn Studierenden in Projekten mitarbeiten und so wichtige Projekterfahrung sammeln können, ist das eine wichtige Information.
  • Übertragen Sie erfahreneren Studierenden die Möglichkeit, Verantwortung für andere (z.B. andere Studierende, Auszubildende) zu übernehmen und so erste Führungserfahrung zu sammeln. Dann ist das auch der Erwähnung wert.
  • Erhalten die Studierenden Feedback und erfahren sie dadurch, wie Mitarbeitergespräche ablaufen, wie Lob, aber auch Kritik an Leistung sich in der Praxis anfühlt.
  • … etc.

Und was für Studenten gilt, gilt auch für andere Zielgruppen

Das gleiche gilt übrigens für die Zielgruppe der Auszubilden, der Führungskräfte, der erfahrenen Fachkräfte, der Young Professionals, etc. – sie alle haben andere Lebenssituationen, Interessen, Bedürfnisse. Und genau diese kann man gezielt ansprechen und als Arbeitgeber darüber informieren, wie man darauf eingeht oder diese decken kann. Das zeigt Augenhöhe, echtes Interesse an der Zielgruppe und sorgt für Zusatzpunkte im Wettbewerb um Bewerber. Daher unsere klare Empfehlung: Bei der Gestaltung von Inhalten für Karriereseiten öfter mal auf Studienergebnisse zurückgreifen und dadurch den Arbeitgeberauftritt besser machen.

 

* Die hier aufgeführten Zahlen beruhen auf der Befragung von rund 41.000 Studierenden, die an der 7. und 8. bundesweiten Erhebung zur Studienreihe „Fachkraft 2020“ teilgenommen haben. Die Befragungen werden seit 2012 zweimal pro Jahr in wissenschaftlicher Kooperation zwischen Studitemps, Constata und dem Department of Labour Economics der Maastricht University durchgeführt.

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Ruth Böck
... ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als "Recruiting-Qualitäterin" unterstützt sie Arbeitgeber in der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Checks und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Außerdem ist sie die Initiatorin von Rekrutierungserfolg.de - dem Portal für das Recruiting.

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