Nachlese HR Webco

erstellt am: 06.11.2013 | von:

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Quelle: webco @ upo

Am 24.10.2013 fand die HR WebCo “HR Meets Social Media” statt . Ich war wie einige Andere das erste Mal bei einer ganztägig angelegten WebCo dabei und bin mit interessanten Einblicken aus dem Tag herausgekommen.  Für alle die, die auch mit dem Gedanken einer Teilnahme spielen, hier mein Fazit: Die Teilnahme lohnte sich für diejenigen, die ohne viel zeitlichen und finanziellen Aufwand  interessante Inputs, Kontaktdaten von Experten und Vortragsfolien erhalten wollten. Die Teilnahme lohnte sich auch für die Vortragenden, denen es gelungen ist, sich als Berater/Spezialist gut in Szene zu setzen. Wer einen intensiveren (kollegialen) Austausch und konkrete Praxis-/Anwendungsbeispiele gesucht hat, dem hat wahscheinlich etwas gefehlt.

Zu dieser kostenfreien Online-Konferenz haben sich nach Angabe der Veranstalter gut 400 Teilnehmer registriert – 286 waren über den Tag irgendwann mal dabei,  zwischendurch schwankte die aktuelle Teilnehmerzahl zwischen 50 und 180 Teilnehmern. Moderiert wurde die Veranstaltung von zwei erfahrenen Hasen im Web-Conferencing  Tjalf Nienaber und Meike Heidorn v. Koschitzky. Die Agenda stand zu Beginn der Terminankündigung nicht fest, die Themen entwickelten sich vielmehr im Zeitverlauf, je nachdem, wer sich als Referent gemeldet hat. Letztlich waren aus Recruiting-Sicht insbesondere folgende Themen interessant:

  • Social Media in der Arbeitswelt: Active Sourcing, Facebook & Co. (Referent: Dr. Alexander Bissels,  CMS Hasche Sigle)
    Hier wurde u.a. auf die rechtliche Lage beim Kandidaten-Screening in Social Media eingegangen und rechtliche Aspekte bei Active Sourcing sowie Abwerbung besprochen. Mitnehmen konnten die Teilnehmer insbesondere den Hinweis, dass es auf die Art der Bewerber-Daten im Netz ankommt: je klarer es ist, dass die Daten von einer Person selbst öffentlich eingestellt sind und die Person auf Jobsuche ist, desto weniger rechtliche Bedenken zur Datennutzung bestehen. Auch wurde deutlich, dass Abwerbung grundsätzlich erlaubt ist, das “Wie” aber einen entscheidenden Unterschied macht.
  • Active Sourcing: Der Köder muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler (Referent: Uwe Sunkel, Consultnet, ergänzend Tjalf Nienaber ICARO HR2.0/Integrata)
    Der Referent zeigt interessante Parallelen zum Produktmarketing und -verkauf sowie zur Pflege von Kundenbeziehungen auf und macht deutlich, dass Active Sourcing nur dann gelingen kann, wenn Professionalität im Vordergrund steht. Und er scheut sich auch nicht zu sagen, “Recruiting ist Vertrieb” und verdeutlicht dies anhand griffiger Vergleiche. Es wurden außerdem Tipps gegeben, was gute “Verkaufsargumente” zur Bewerbergewinnung sind und wie Empfehlungsmarketing auch im Recruiting funktionieren kann. http://www.consultnet-ir.com/downloads-18
  • HR 2.0 im Recruiting: Hype oder strategischer Mehrwert (Referentin: Birgit Magnin, Schweizer Touring Club)
    Die Referentin zeigte am Beispiel ihres Unternehmens auf, wie sich das Recruiting durch den Einsatz von Social Media Elementen verändert hat und wie sie die Veränderungen auch mittels ausgewählter KPI messen. Interessant ist auch die qualitative Wirkungsanalyse, die  der Personalbereich plant: die  internen Auftaggeber sollen befragt werden, wie sie die HR2.0-Aktivitäten der Personalabteilung bewerten und die darüber eingestellten Mitarbeiter im Vergleich einschätzen.

Neben den Vortragsinhalten hat die Teilnahme an der WebCon mir auch interessante Einblicke in das Teilnahme-, Teilnehmer- und Präsentationsverhalten gegeben:

  1. Eine Nichtteilnahmequote von 30% und eine Teilnahmequote je nach Vortrag zwischen 12% und 44% der registrierten Teilnehmer zeigt:  offensichtlich “verführt” online und kostenfrei  Teilnehmer dazu, nur mal kurz in einzelne Vorträge zu hören oder kurzfristig ihre Teilnahme streichen. Eine konzentrierte Auseinandersetzung ist eher die Ausnahme.
  2. Möglicherweise ist das auch eine Erklärung für den beobachtbaren geringen Aktivitätsgrad. Nach einem “Guten Morgen aus…” wurde es im Chat recht ruhig. Nur Einzelne steuerten Beiträge oder Fragen zu. Und dies, obwohl eine sehr benutzerfreundliche Chat-Lösung im Einsatz und die Teilnahme völlig anonym möglich war.
  3. Im Chat fielen insbesondere Fragen nach den Vortragsfolien oder wenig ergiebige Fragen wie “Was kostet eine Rechtsberatung für eine Social Media Guideline” oder “Wo findet man einen guten Berater” auf.  Mehr substantielle und kritische Beiträge würden die Diskussion beleben und für Referenten und Teilnehmer ein deutliches Plus bieten.
  4. Als Vortragende dominierten Berater/Interims-Personaler, die mehr oder weniger offensiv ihre Expertise deutlich machten. Einen stärkeren Mix oder Partnervorträge von Beratern und beratenen Unternehmen würden dem Teilnehmerklientel Mehrwerte bringen.
  5. Für die Vortragenden ist die Präsentation eine besondere Herausforderung. Anders als in Offline-Konferenzen kann man nicht beobachten, wie der Vortrag auf die Zuhörer wirkt. So merkt der Vortragende auch nicht, wenn sein Vortragsstil oder -inhalt nicht ankommen oder die Technik ihm einen Streich spielt.

Im Februar 2014 gibt es für Recruiter eine weitere WebCo. Hier steht das Thema Recruiting im Mittelpunkt. Eine gute Gelegenheit, sich selbst auch ein Bild zu machen und aktiv teilzunehmen.

 

Bildnachweis: webco @ upo

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Ruth Böck
... ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als "Recruiting-Qualitäterin" unterstützt sie Arbeitgeber in der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Analysen und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Außerdem ist sie die Initiatorin von Rekrutierungserfolg.de - dem Portal für das Recruiting.
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[…] Diese Veranstaltungsformen haben Konjunktur: Experten, Produktanbieter, Dienstleister nutzen diese Formate, um Studieneergebnisse, Produktpräsentationen oder persönliche Meinungen zu verbreiten. Geringe Kosten, wenig Zeitaufwand und Flexibilität in der Nutzung haben ihren Charme. Aber es gibt auch “Nebenwirkungen”. Mehr dazu in einem unserer früheren Blogbeiträge. […]

[…] solchen Webkonferenzen kann man nebenbei am Arbeitsplatz folgen, sich reinschalten oder abbrechen – und hinterher […]

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