Einsatz persönlicher Kontakte erfolgreicher als Online-Stellenanzeigen

erstellt am: 05.02.2013 | von:

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Quelle: Many the isolated portraits of people © FotolEdhar - Fotolia.com

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Unternehmen, die persönliche Kontakte zum Personalrecruiting einsetzen, sind in 2 von 3 Fällen damit erfolgreich, während nur 1/3 der Suchen über Online-Anzeigen zu einer erfolgreichen Stellenbesetzung führen. Dies entspricht der Erfolgsquote der Suche über die Arbeitsagentur. Unternehmen, die Printanzeigen einsetzen, sind zu 50% erfolgreich. Und auch wenn die Auswahl aus Praktikanten und Leiharbeitskräften quantitativ keine großen Anteile an den eingesetzten Rekrutierungskanälen haben, so kommen sie bei Einsatz zu hohen Erfolgsquoten. Das zeigt eine repräsentative Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die die Such- und Besetzungswege von 15.000 Betrieben und Verwaltungen untersucht hat (vgl. IAB-Kurzbericht 26/2011).

Eingesetzte Suchwege

Am häufigsten nutzen Unternehmen als Suchwege die Arbeitsagentur (knapp 43%), sie setzen Print- und Online-Anzeigen (je ca. 42%) ein, greifen auf persönliche Kontakte zurück (fast 40%) und verwenden Initiativbewerbungen bzw. Bewerberpools (gut 29%). Mehr als 3/4 aller Stellenbesetzungen gehen auf diese fünf Suchwege zurück.

Während in West-Deutschland Stellenanzeigen etwas häufiger als im Durchschnitt verwendet werden, setzt man in Ost-Deutschland stärker auf die Arbeitsagentur und persönliche Kontakte, und auch private Arbeitsvermittler kommen erkennbar häufiger zum Einsatz.

Suchwege-Mix

Im Durchschnitt verwenden die Unternehmen 2,4 Suchwege. Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigte streuen ihre Suche breiter, sie nutzen durchschnittlich 3,2 Suchwege. Kleine Unternehmen (<10 Beschäftigte) verwenden im Schnitt nur 2 Suchwege.

Besetzungswege

Über alle Unternehmen hinweg gehen Stellenbesetzungen in den meisten Fällen auf persönliche Kontakte oder Print-Anzeigen zurück (je ca. 25%); deutlich seltener resulitieren Besetzungen auf einen Kontakt zur Arbeitsagentur (gut 15%) oder eine Online-Anzeige (gut 14%). Erkennbar ist aber, dass Neueinstellungen in Großbetrieben sowie von Akademikern deutlich häufiger auf Online-Anzeigen zurück zu führen sind.

Auffällig sind die Unterschiede zwischen Ost und West: in beiden Regionen sind persönliche Kontakte mit die wichtigesten Besetzungswege. Im Westen sind die Stellenanzeigen sowie die Auswahl aus Leiharbeitnehmern deutlich häufiger erfolgreiche Besetzungswege als in Ost-Deutschland. Hier dominieren hingegen Kontakte zur Arbeitsagentur, zu privaten Vermittlern und Initiativbewerbungen.

Fazit

  • Unternehmen sollten in jedem Fall persönliche Netzwerke als Suchweg in ihr Recruiting einbeziehen. Dies bedeutet, dass Personaler aktiver werden müssen, sich im Bekanntenkreis wie in Online-Netzwerken umhören und ggf. auch potenziell geeignete Bewerber aktiv ansprechen. Aber auch Kontakte und Empfehlungen der Mitarbeiter sollten aktiviert und genutzt werden. Dazu kann ein Mitarbeiter-Empfehlungsprogramm zusätzliche Anreize bieten.
  • Auch wenn Online-Anzeigen eine starke Konkurrenz zu Print-Anzeigen geworden sind – nicht zuletzt aufgrund der Kosteneffizienz -, so sollten sie nicht blindlinks bevorzugt werden. Höhere Besetzungserfolge versprechen Print-Anzeigen – außer bei der Suche nach Mitarbeitern mit Fachhochschul-/Hochschulabschluss oder mit internationalem Background. Um die höheren direkten Kosten für Printanzeigen im Griff zu halten, bieten sich sogenannte Teaser- oder Hinweis-Anzeigen an. Dies sind Kurzanzeigen, die im Print-Stellenmarkt erscheinen, aber auf die Online-Jobbörse des Verlages oder des eigenen Unternehmens verweisen.
  • Sehr erfolgsversprechende und zudem kostengünstige Suchwege, die bishlang noch wenig intensiv genutz werden, sollten mehr zum Einsatz kommen: dazu zählen die Auswahl aus Praktikanten sowie aus Leiharbeitnehmern. Ein Alumni-Programm mit regelmäßigen Kontakten, Teilnahmemöglichkeiten an internen Veranstaltungen/Seminaren und einem Online-Jobagenten, der aktiv auf offene Stellen aufmerksam macht, ist nur eine Möglichkeit.

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Ruth Böck
... ist einer der Köpfe von upo - Bausteine für Rekrutierungserfolg. Als "Recruiting-Qualitäterin" unterstützt sie Arbeitgeber in der Professionalisierung ihres Recruitings durch Recruiting Analysen und Beratung, Konzeption von Recruiting Instrumenten, operative Recruiting Services (RPO) oder den Ausbau von Recruiting Kompetenz durch Webinare, Seminare und Workshops. Außerdem ist sie die Initiatorin von Rekrutierungserfolg.de - dem Portal für das Recruiting.

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